
Hallo liebe Leserinnen (aus Gründen der übersteigerten Emanzipation lass ich die männliche Form gleich mal weg),
ich wünsche Euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest, und ein paar besinnliche Feiertage mit der Familie und Freunden.
Meine Family ist ja momentan hier bei mir, wir sind schön am Weihnachten Feiern, und morgen gehts ab nach Barcelona. Wenn wir dann am Samstag zurück kommen sind auch meine Silvestergäste Peter und Flo schon hier, und dann gehts wieder rund :).
Bis demnächst!!!
Montag, 24. Dezember 2007
¡¡¡Feliz Navidad, Prospero Año y Felicidad!!!
Dienstag, 4. Dezember 2007
Die Schweinshaxn-Reunion
Ein weiterer kulinarischer Höhepunkt stand gestern ins Haus. Bayerisch-Französischer Abend. Da mein Mitbewohner wieder mal unterwegs ist, haben wir beschlossen ein bayerisches Menü mit leichtem Einschlag ins Französische zu kredenzen.
Als Vorspeise gabs Obatzdn, Hauptgang war dann Schweinshaxn mit Semmelknödel - wohl das beste Essen, was ich je außerhalb von Bayern zu mir genommen habe - und unsere französischen Freunde zauberten dann als Postre Crêpes auf den Tisch. Begleitend dazu wurde original Erdinger Weißbier und Weltemburger Klosterbier gereicht. Alles in allem eine feine Geschichte.
Leider muss man anmerken, dass das bayerische Essen nicht wirklich für drei Gänge ausgelegt ist... Spätestens nach den Crêpes konnten komatöse Zustände bei einigen der Beteiligten beobachtet werden.
Ein weiterer Wermutstropfen war, dass meine Küche heut morgen ausgesehen hat wie Berlin '45, aber das größte Übel ist hier zum Glück mittlerweile beseitigt.
Das schreit auf jeden Fall nach einer Wiederholung :)
Ach ja, schönen Gruß an Thomi M.: Bitte ein Glas Händlmaier's und sechs Paar Weiße mitbringen!!!
An der Uni geht's auch ein wenig voran, der Code für meine Simulation hat mittlerweile 48.942 Zeilen, und braucht für einen gesamten Durchlauf so an die sieben Tage. Resultat dieser Spielerei sind dann 670 Seiten Bericht, in einer 270MB großen PDF-Datei, 3,5GB Daten und ein komplett verwirrter Stefan. Wenn das so weiter geht fang ich nach der Diplomarbeit als Programmierer an. Selbst das Excel-Makro auf meinem Mac braucht mittlerweile 1,5 Stunden für einen Durchlauf. Die Chancen stehn also gut, dass ich den einen oder anderen Rechner noch zum qualmen bringe - ich hoffe, das ist dann nicht meiner :)
Und wer jetzt noch wissen will, warum mir die Party in Sevilla so gut gefallen hat - ganz rechts unten ist das Video dazu (das oberste von den dreien) :) Enjoy...
Labels: Crêpes, Diplomarbeit, Erdinger Weißbier, Essen, Kochen, Obatzda, Schweinshaxn, Simulation
Mittwoch, 28. November 2007
10 Tage nix neues?!?

Tja, so schnell vergeht die Zeit. Zehn Tage ist der letzte Post nun schon wieder her - da muss doch einiges passiert sein...
Nun ja, zum einen haben wir hier in Madrid ausgiebigst die Feierlandschaft erkundet. Eine weitere "Ichbinwichtigweilnurgeladenegeästereinkommen"-Sponsorenparty von Ballantines, und mehrere ausgedehnte Clubbesuche, die in der Regel so bis sechs oder sieben gehn.
Erwähnenswert ist hier der Palacio Gaviria. Mit Sicherheit der "schönste" Club, in dem ich bisher war. Der Club ist wirklich in einem Palast untergebracht, und derartig ausgestattete Räume kennt man sonst nur von langweiligen Führungen durch Königspaläste o.ä. in Wien (schaut's Euch am besten auf der Homepage selber an).
Des weiteren ist in mir die Erkenntnis gereift, dass ich mir nie eine Katze zulegen werde. Mein Mitbewohner war letzte Woche in Berlin - soll auch scheiß kalt gewesen sein :) - und eine der Katzen hat wohl aus Sehnsucht oder warum auch immer eines Morgens mitten ins Wohnzimmer gesch..... Schöne Überraschung, wenn man gerade froh gelaunt an die Uni gehn will. Zum Glück haben wir Parkett, sonst hätte ich wohl gleich meine Koffer gepackt und wäre ausgezogen.
Mein Spanisch wird auch langsam besser, nicht zuletzt durch Stundenlanges OC-California-schaun versteh ich langsam, was die hier alle reden, und kann schon eigenständig einen Cheeseburger bestellen. Hervorragend ist bei dieser Serie, dass man schon vorher weiß, was passiert, und man sich so voll und ganz auf die Sprache konzentrieren kann. Die kurzen Röcke von Summer und Marissa tun dann ihr Übriges, damit das gelernte auf direktem Weg ins Unterbewusstsein wandert :)
Und last but not least ist ja dann auch noch meine Diplomarbeit. Nun ganz so arbeitsarm wie ich mir das Anfangs vorgestellt habe ist es dann doch nicht. Ich bin immer noch mit meiner äußerst spannenden Simulation beschäftigt.
Die Input-File für die Simulation ist mittlerweile stolze 33.486 Zeilen lang, das heißt mein Uni-Rechner braucht annähernd zwei Tage, bis er da einmal durchrödelt - das ist auch der Grund, warum es nach langer Zeit wieder mal einen Post gibt ;)
Und wenn man zu viel Zeit am Rechner verbringt, was macht mann da? Richtig - man meldet sich bei einer weiteren Community an, wo man all die Daten nochmal eintragen kann, die schon in 10 anderen Communities stehn. Die Rede ist von Facebook, und meinen Link dazu findet ihr hier oben rechts ----------------->
Labels: Ballantines, Diplomarbeit, Facebook, Katzen, Spanisch
Sonntag, 18. November 2007
Mein erster Friseurbesuch :)

Die Feierei in den letzten Tagen war wohl ein wenig zu viel. Das Wochenende in Sevilla war gefolgt von drei Partys hier in Madrid, unter anderem eine sehr sehr coole Party von Cutty-Sark, bei der wir dank Marcus in den VIP-Bereich durften, wo man es den Herrschaften natürlich nicht zumuten will, für ihre Getränke etwas zu bezahlen. Des weiteren wurden Showeinlagen vom feinsten geboten, angefangen von japanischen Trommlern über Schwertkämpfer bis hin zu einer Gruppe Tänzerinnen vom anderen Stern. Hier könnte sich München echt mal ein Beispiel nehmen.
Die andere Party war die Feier der Rugby-Mannschaft eines befreundeten Franzosen. Hier ging es dann dementsprechend etwas rustikaler zu...
Wie dem auch sei, eine der Partys muss schlecht gewesen sein, denn am Samstag bin ich dann den ganzen Tag flach gelegen, und habe - wohl zum ersten mal seit neun Jahren - den Samstag Abend zu Hause verbracht.
Eine Herausforderung der anderen Art hatte ich dann am Mittwoch zu bewältigen: Mein erster Friseurbesuch in Spanien. Gut, ist an sich ja nichts besonderes, könnte man meinen. Aber auch nur, wenn man noch nicht mit spanischen Frisuren konfrontiert wurde.
Die Standard-Frisur, des männlichen, jungen Spaniers ist - um es mit einem Wort zu sagen - hässlich. Hat entfernte Ähnlichkeit mit einer VoKuHiLa, jedoch entartet in Richtung ÜKuHiLa (überall kurz, hinten lang), und es war zu befürchten, dass auch ich den Friseurladen mangels Kommunikationsfähigkeit derartig entstellt verlassen würde.
Ich hab mich auch deshalb vorher schlau gemacht, was "aufhören" und "alles auf 3mm abrasieren" auf Spanisch heißt.
Zum Glück ist der Ernstfall nicht eingetreten, wahrscheinlich auch aus Mitleid von Seiten der Friseurin. Die - obwohl sie gemerkt hat, dass ich nur Bahnhof verstehe - trotzdem die ganze Zeit munter drauf los plapperte. Das einzige was ich verstanden habe war, dass ihre Oma auch aus Deutschland kommt...
Labels: Cutty-Sark, Fiesta, Friseur, Party
Donnerstag, 15. November 2007
Hacer un barbacoa
Der Samstag verlief dann relativ ruhig, da die Party inklusive After-Hour bis ca. halb zehn Uhr morgens gedauert hatte. Der Sonntag war dafür umso erfreulicher, da wir bei bekannten von Marcus zum Grillen eingeladen waren.
Ihr wisst schon - Grillen ist das, wo man im Freien sitzt, und sich Fleisch-Spezialitäten aller Art zu Gemüte führt... Habe ich da etwas von Schnee in der Heimat gehört? :D
Bei den Spaniern ist es üblich, dass man statt einer guten Wohnung lieber zwei mittelmäßige hat. Eine in der Stadt, und eine auf dem Land, in den Bergen, am Strand, oder abhängig vom Geldbeutel auch alles zusammen. Dadurch fahren Spanier auch relativ selten in Urlaub, und investieren das gesparte Geld dann eben ins Zweithaus.
Eben in so einem Landhaus waren wir dann zum Grillen eingeladen, und haben es uns am Sonntag gut gehen lassen.
Die Ergebnisse meiner Stadtbesichtigung am nächsten Tag habt ihr ja auch schon in den Fotos gesehen. Sevilla an sich ist eine sehr schöne Stadt, mit komplett anderem Charakter als Madrid. Mit der großen Fußgängerzone im Zentrum, und den vielen vielen kleinen verwinkelten Gässchen fühlt man sich schon ein wenig an Regensburg erinnert. Eine Nummer größer vielleicht, und mit vielen Orangenbäumen in den Straßen, aber ansonsten doch relativ ähnlich.
Wenn es zeitlich und finanziell klappt werde ich ja hier ganz in der Nähe - in Jerez - ab April meinen Flugschein machen. Das heißt ich kann die Vorzüge Andalusiens bestimmt noch mehrere Male genießen, und freue mich schon auf das nächste Mal.
Labels: Besichtigung, Grillen, Party, Sevilla
Mittwoch, 14. November 2007
Vier Tage Spanisch-Bootcamp

Nun gut - los gehts mit der literarischen Aufarbeitung des Wochenendes.
Reservierungen verbummeln gehört in Spanien anscheinend dazu, und so sind wir mit einigen Stunden Verspätung am Freitag nach Sevilla aufgebrochen, so dass wir schnurstracks um 2.30 Uhr bei der anvisierten Party von Agentes de la Noche eingetrudelt sind. Je später der Abend, ...
Die Party war standesgemäß aufgezogen, inklusive Stretch-Limo, Bedienungen, die sich mit ein wenig Body-Painting begnügen mussten und Schokobrunnen. Ohne jetzt den weiblichen Leserinnen zu nahe treten zu wollen, war mein erster Eindruck von Sevilla, respektive der Party, auf der wir uns befanden: Die Mädels die hier rumlaufen spielen rein optisch in einer komplett anderen Liga, als man das von zu Hause gewohnt ist. Man kann sich ja in Madrid schon nicht beschweren, aber Andalusien ist wohl echt die Krönung. Dabei gut, dass wir Männer nicht visuell veranlagt sind, sondern mehr auf die wahren Werte schauen.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Spanisch zu Andalusisch verhält sich in etwa so wie Hochdeutsch zu Niederbayerisch. Sprich, ich war mit meinen Spanischkenntnissen, die sich vorsichtig einem Level annähern, wie Trappatoni es im Deutschen erreicht hat, völligst überfordert.
Ich dachte, die Madrilenen sprächen schnell, aber hier spricht man unglaublich schnell, und weil das nicht schnell genug ist werden nach einem mir unbekannten Algorithmus Konsonanten aus den Wörtern herausgezogen und - zumindest hatte ich den Eindruck - an einer völlig anderen Stelle wieder eingefügt.
Sprich: Kommunikation war kaum bis gar nicht möglich, aber auf einer Party ist man ja auch nicht zum reden...
Labels: Agentes de la Noche, Feiern, Sevilla, Sprache
Dienstag, 13. November 2007
Ein Wochenende in Sevilla
Hola a todos,
nachdem bereits die ersten Beschwerde-Mails eintreffen gehts nun endlich weiter mit news & facts aus Spanien.
Wie bereits erwähnt ging es übers Wochenende nach Sevilla. Da dieses Wochenende jedoch mehr als einen Post füllen wird gibt es heute nur einen kleinen Vorgeschmack in Form von (selbstverständlich kommentierten) Bildern.
Für eine detailliertere Ausführung bin ich noch etwas zu geschädigt vom Wochenende, aber die Posts kommen ab morgen wieder regelmäßig.
Hier ist das Fotoalbum, viel Spaß damit:
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| Sevilla |
Donnerstag, 8. November 2007
Hendlessen auf spanisch

Einer unserer französischen ERASMUS-Kollegen war gestern so frei, eine Email über den Verteiler zu jagen, mit der Einladung zum gemeinsamen Abendessen.
Also traf man sich dann, 5 Franzosen, ein Italiener, Dominik und ich dann Abends vorm Casa Mingo.
Das Casa Mingo, eine Sidrería, liegt nicht ganz zentral, aber doch ganz gut zu erreichen hinterm Königspalast. Sidrería bedeutet, dass dort Sidra aus eigener Herstellung verkauft wird. Ein Apfelwein, der an sich mit dem französischen Cidre, oder dem immer mehr in Mode kommenden Cider von der Insel, weniger mit dem hessischen Äbblwoi, vergleichbar ist. Mit dem Unterschied, dass es vom Sidra auch einen naturbelassenen, nicht ganz so süßen und um Längen besseren Ableger gibt.
Traditionell, zumindest in dieser Sidrería, gab es dazu Pollo Asado - Brathendl. Diese kommen zwar an ein schönes Wiesn-Hendl nicht ganz ran, übertreffen jedoch die Vinzenz-Murr'schen Standarderzeugnisse bei weitem (dafür schwamm es auch in einer 1cm hohen fettlauge).
Da von den Anderen niemand Englisch konnte, die Franzosen sich dafür aber im Spanischen um so leichter tun, haben wir den Abend auf spanisch gestaltet, und das klappte schon mal ganz gut, auch weil man sich auf einem gemäßigten Sprechtempo einpendelte. Bei einem der Franzosen hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, dass er französisch mit mir geredet hat. Ich weiß nicht, ob es nur an seiner Aussprache lag, oder ob er wirklich französisch geredet hat (oder daran, dass sich Spanisch und Französisch nur in der Aussprache unterscheiden) - auf jeden Fall hab ich ihn trotzdem ganz gut verstanden.
Ein Teil (natürlich die zwei Münchner, und zwei der Franzosen) ist dann noch in eine Bar weiter gezogen, wo erstaunlicherweise mit steigendem Alkoholpegel auch die gefühlte Sprachqualität gestiegen ist. Zur objektiven Beurteilung müsste man dafür wohl den Barkeeper fragen, wenn er sich noch nicht totgelacht hat.
Wie es in den nächsten Tagen mit der Post-Erstellung aussieht kann ich noch nicht sagen, da ich mit Marcus einen Abstecher in seine alte Heimat Sevilla machen werde, und erst Montag zurück bin. Sollte die Internetversorgung dort gesichert sein, gehts natürlich mit coolen Fotos aus Andalusien weiter.
Hasta entonces!
Dienstag, 6. November 2007
Vorurteile - mal andersherum

Da meine Berichterstattung im einen oder anderen Post wohl doch marginal ins Klischeehafte abgedriftet ist, soll hiermit ein wenig Wiedergutmachung betrieben werden. Denn natürlich gibt es nicht nur stereotype Vorstellungen vom "Spanier an sich", sondern nicht minder übertriebene Vorurteile gegenüber den Deutschen.
Erstmals aufgefallen ist mir das bei obigem Werbeplakat der deutschen Germanwings in der Madrider Metro. "Flüge nach Deutschland ab 19,-€", und darunter "No bromeamos, somos Alemanes" - "Wir scherzen nicht, wir sind Deutsche".
Als Erfinder des Humors, und lockere Zeitgenossen, jederzeit zu einem Späßchen aufgelegt gelten wir hier anscheinend nicht gerade.
Im Spanischkurs erfuhr ich dann in der Lektion "Charakteristika Europäischer Länder", dass wir außerdem noch geizig und misstrauisch sind. (Gut in der Stunde habe ich auch erfahren, dass die Finnen die Norweger für hochgradige Alkoholiker halten, was mich an die Diskussion erinnerte, die ich in einem Hörsaal der TU eine Reihe hinter mir belauschen durfte. Dort versuchte ein Deggendorfer einem Dingolfinger beizubringen, dass dieser ein Waldler sei, da der Wald genau hinter Deggendorf beginnt :) ).
Es gibt natürlich auch positive Eigenschaften, aber die werden wohl niemanden überraschen: Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Fleiß. Dass wir die einzigen in Mittel- und Westeuropa sind, die halbwegs anständig Autofahren können ging dabei ein wenig unter.
Das Interesse an Deutschland ist aber im Allgemeinen größer als geglaubt. Auch ein Lehrstuhlkollege hätte mich damit beinahe vom Hocker gehauen. Er meinte, er liebe die deutsche Kultur. Natürlich dachte ich gleich (Achtung Vorurteil:) "die sind ja hier wie die Amis, kaum hören sie wo Du herkommst ist alles gleich wonderful and I love it...".
Dann begann er jedoch, mir die Bücher seines Lieblingsautors Heinrich Böll (gut, er sagte Inrick Boll, aber das lassen wir mal gelten) in deutscher Sprache aufzuzählen. Von "Haus ohne Hüter" über "Das Brot der frühen Jahre" bis "Billard um halb zehn".
Ich konnte natürlich mit meinen herausragenden Kenntnissen der spanischen Literatur elegant kontern: Cervantes - "Don Quijotte".
Nur als er dann anfing, das Käthe Kollwitz Museum in Berlin als herausragend in Deutschland zu loben wurde ich etwas blass um die Nase.
Man kann den Spaniern einiges vorwerfen, nicht jedoch Desinteresse und Verbortheit. Auch wenn mir in meiner stets auf political correctness ausgelegten und möglichst weit von jeder Art von Rassismus stehenden Schulausbildung immer beigebracht wurde, dass Vorurteile böse sind kann ich nur sagen jeder hat welche, und über jeden gibt es auch welche. Manche sind berechtigt, manche nicht. Solange man sie nicht zu ernst nimmt sind sie zumindest eine gute Gesprächsgrundlage.
Und zu den Vorurteilen den Deutschen gegenüber denke ich, kann ich getrost mit folgendem Zitat aus Marcus H. Rosenmüllers "Schwere Jungs" schließen: "Bavaria - that's near Germany".
Labels: Deutschland, Germanwings, Spanien, Vorurteile
Montag, 5. November 2007
Die spanische Küche

Wenn man an die spanische Küche denkt haben wohl viele das gleiche Bild im Kopf wie ich, als ich hier ankam: Paella. An der Ostküste um Valencia und Barcelona mag das zutreffen, nicht so jedoch in Madrid (wer mir das nicht glaubt kann sich ja den Verbreitungsgrad der typisch deutschen Weißwurst ins Gedächtnis rufen).
Einmal hat es zwar bereits Paella gegeben, aber die hätte ich so auch in München oder Regensburg gekriegt - Peter von Frosta würde sich im Grab umdrehen.
Eine typische madrilenische Küche gibt es eigentlich nicht, da die Stadt (auch wenn sie teilweise so aussieht) noch gar nicht so alt ist, und relativ schnell gewachsen ist. Das heißt, der schlaue Madrilene hat einfach mal geschaut, was es rundherum so für Schmankerl gibt, und die gibts nun eben auch alle in Madrid.
Wenn überhaupt könnte man vielleicht die Patatas Bravas (Kartoffeln mit Tomaten-Tabasco-Sauce) als typisch madrilenisch bezeichnen. Aber mit Küche hat das ungefähr so viel zu tun wie die berliner Currywurst. Ansonsten gibts natürlich viel Frisches, Fisch und meinen geliebten Serrano-Schinken.
Gewürze gibts hier gar keine. Das ist an Madrid etwas vorbei gegangen. Ein Stück Fleisch ist eben ein Stück Fleisch. Das hat genug Geschmack. Auch feurige Salsa-Saucen wie sie vielleicht mancher irrtümlicherweise dem Spanier zuordnet sucht man hier vergebens. Da muss man schon ein wenig weiter westwärts fliegen, genauer gesagt bis nach Mexico.
Wenn man dann wieder zurück fliegt kann man gerne einen Zwischenstopp in Madrid einlegen, auf einen café con leche und ein Serrano-Croissant (An dieser Stelle nochmal viele Grüße an die Anna ;) ).
Auch gewöhnlichen Kaffee gibts hier nicht. Man hat die wahl zwischen (ausgezeichnetem!) Espresso und eben café con leche (Latte-Macchiato nur ohne Schaum). An sich ganz lecker, aber ab und an sehnt man sich doch nach einem ordentlichen Haferl Kaffee.
Die Zwischendurch-Verpflegung ähnelt sehr der deutschen. Bocadillos, Junk-Food, und ab und an mal einen Döner. Wobei die Dönerbudendichte zum Glück noch weit entfernt von Münchner Verhältnissen ist.
In diesem Sinne, ¡Que aproveche!
Sonntag, 4. November 2007
Weggehn in Madrid - Pt. I

Wie schon mehrmals erwähnt ist der Tagesablauf in Madrid ein wenig nach hinten verschoben, was nicht nur dem durchschnittlichen Studenten entgegenkommt, sondern auch beim abendlichen Ausgehen seine Reize hat. Man trifft sich eben nicht zwischen acht und neun, sondern erst so gegen elf.
Nach einem kurzen Abstecher in eine Cerveceria, um auch eine gebührende Unterlage für das Bevorstehende zu schaffen gehts dann zunächst in eine der vielen Bars. Hier werden jedoch nicht wie zu Hause üblich fleißig Cocktails geschlürft, sondern fast ausschließlich Longdrinks. Das höchste der Gefühle in Richtung Cocktail ist hin und wieder ein Mojito oder ein Caipirinha, mehr wird meist nicht angeboten.
Dafür hat man bei den Longdrinks weitaus mehr Auswahl was die verschiedenen Spirituosen anbelangt. Gegenüber einem Standard-Rum in der Heimat hat man hier beim Rum-Cola meistens die Auswahl zwischen vier bis fünf Rums. Die zu Hause gebräuchlichen wie Havana Club oder Pampero sind hierbei am unteren Ende der Geschmacksskala angesiedelt. Mein persönlicher Favorit: Cacique.
Auch beim Gin Tonic lässt man sich nicht lumpen, und steigt meist gleich mit dem Bombay Sapphire ein. Auch daran kann ich mich ganz gut gewöhnen, dem Saftgepansche, das zu Hause oft als Cocktail bezeichnet wird werde ich nicht viele Tränen nachweinen.
Der Spanier an sich greift auch gerne gleich zu Whiskey oder Brandy "con hielo" - on the rocks.
Die Musik ist zu 50% nahezu identisch mit den deutschen Charts, die anderen 50% - und zwar wenn die Feier richtig losgeht - sind rein spanische Titel. Hat den Vorteil, dass hier im Gegensatz zur englischsprachigen Popmusik alle fleißig mitgröhlen können. Und für meine deutschen Ohren klingt es so immer ein wenig nach Urlaub...
Samstag, 3. November 2007
Meine neue Wohnung
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| Zweite Wohnung |
Hier findet Ihr Bilder von meiner hoffentlich letzten Wohnung (vorerst habe ich sie für drei Monate, wahrscheinlich jedoch so lange ich will). Ein Unterschied wie Tag und Nacht zur ersten, und mir ist erst mal so richtig klar geworden, wie wichtig es ist, sich in seinem Domizil wohl zu fühlen.
Endlich raus aus der spartanischen Bude, rein in eine schön eingerichtete Wohnung in einem renovierten Altbau. Eigener Fernseher, Badewanne, voll ausgestattete Küche, und ein Mitbewohner, der mehr als nur "Hola" sagt. Gut ich versteh zwar nicht, was er sonst noch sagt, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Mein Mitbewohner Valentin ist echt ein ganz netter, und die Hoffnung, dass er uns beim Weggehn Freundschaftspreise kreiert hat sich auch schon erfüllt. Seine drei Katzen sind ebenfalls ganz witzig, und ich glaube die haben schon einen Narren an mir gefressen. Zumindest werde ich immer artig begrüßt. Allein ist man in dieser Wohnung also nie.
Im großen und ganzen bin ich von der Wohnung noch mehr begeistert, als ich das im vorhinein für möglich gehalten habe. Auch die Gegend rundherum ist Klasse, und in nicht einmal 30 Sekunden ist man mitten im Zentrum.
Jetzt kann der ERASMUS-Urlaub also richtig losgehn :)
Freitag, 2. November 2007
La Dolce Vita

So schnell die Spanier auch sprechen, mit Geschwindigkeit hat der restliche Alltag wenig zu tun. Geradezu unverständlich erscheint es, dass die Madrilenen angeblich die größte "Lebensgeschwindigkeit" an den Tag legen sollen.
Wer hier länger als drei Tage lebt, kann das Gegenteil beschwören.
Es gibt hier zwar auch McDonalds, Burger King und Co., diese Läden fallen hier jedoch nicht unter das Schlagwort "Fast-Food". Junk-Food vielleicht, aber nicht Fast-Food. Kann schon mal passieren, dass man eine Dreiviertelstunde ansteht, und der Burger-Verkäufer dann trotzdem zwischen Bestellung und Warenausgabe erst einmal gemächlich die Saftpresse putzt, bevor es weiter geht.
Auch in den Cervecerias kann zwischen Bestellung und Bier, respektive zwischen "die Rechnung bitte" und dem Bezahlen schon mal ein Weilchen vergehen, wenn der Kellner noch eine wichtige Mahjongg-Partie am Kassenrechner fertig spielen muss, oder seinem Kollegen die letzten Neuigkeiten mitteilt.
Gleiches ist an den Supermarktkassen zu beobachten, wo sich regelmäßig Schlangen bilden wie vor einem ostdeutschen Bananenladen. Man hat hier einfach mehr Zeit, und das zeigt man auch gerne. Wenn ich mich einmal daran gewöhnt habe ist das mit Sicherheit ein ganz anderes Lebensgefühl.
Schlimm wirds erst wenn das "zu viel Zeit haben" mit einer anderen beliebten Madrilenischen Eigenschaft zusammentrifft: Dem "mitten im Weg rumstehen". Ok, das gibts es ja zu Hause auch, aber wenn sich jemand mit seinen zwei 25kg schweren Koffern + Rucksack + Notebooktasche auf einen 1m breiten Bürgersteig den Berg hochquält würde zu Hause doch der eine oder andere beim Entgegenkommen auf die Idee kommen, vielleicht kurz auf die Straße auszuweichen.
Hier ist das etwas anders. Egal ob ein junges Pärchen, oder drei ältere Damen beim Ratschen - da weicht keiner aus. Nein, soll der doch mit seinen Koffern übers schöne Kopfsteinpflaster hoppeln...
Vielleicht ist es aber auch gar nicht so verkehrt, sich diesem Lebensstil anzupassen - vor einem Herzinfarkt muss sich hier keiner fürchten...
Labels: Geschwindigkeit, La dolce vita, Lebensstil
Donnerstag, 1. November 2007
Die spanische bierkultur
Nein, das ist kein Schreibfehler in der Überschrift, Bierkultur ist absichtlich klein geschrieben. Nicht alle EU-Länder haben eben den gleichen kulturellen Entwicklungsstand. Hier ein kleiner Überblick:
In Deutschland geht ja der Irrglaube um, das typische spanische Bier sei San Miguel. In der Tat ist es eines der besten Biere hier - nur leider kriegt man es nirgends. Im Supermarkt ja, aber nicht beim Weggehn. In keiner einzigen Bar, Cerveceria oder sonstigem. Schade eigentlich.
Cruzcampo ist ein weiteres Highlight, meiner Meinung nach das Beste, was die spanische Braukunst zu bieten hat, dicht gefolgt vom 
Estrella Damm. Leider gibt es auch diese beiden Hopfenkaltgetränke nur in sehr wenigen ausgewählten Bars.
Das Mahou andererseits gibts überall, liegt aber in aller Regel recht regungslos im Glas, und schmeckt auch entsprechend.
Zu dieser Auswahl gibt es dann noch einige nicht erwähnenswerte Brauereierzeugnisse sowie Importbiere wie Heineken et al.
Getrunken wird in der Regel eine Caña, etwa vergleichbar mit einem kleinen Zahnputzbecher (0,2l) oder auf Wunsch (hat eine Zeit gedauert, bis wir das herausgekriegt haben) eine Jarra, einen etwas größerer Krug. Aufgrund der schon erwähnten "Abgestandenheit" des Biers gibt es natürlich kaum Schaum, weswegen beim Zapfen einfach so lange ins volle Glas nachgeschenkt wird, bis zumindest die Oberfläche mit Schaum bedeckt ist. Dementsprechend fließen wohl 30% der spanischen Biervorräte ungetrunken in den Abfluss (gut, ist jetzt nicht sooo tragisch).
In den Cervecerias gibt es zum Bier immer eine Kleinigkeit zu essen, weswegen man sich das Abendessen schon mal sparen kann, wenn man sich ein paar kleinen Cañas zu Gemüte führt. Diese Tapas sind in der Regel frisch und fein (je schlimmer die "Boazn" um so besser die Tapas!), zum Beispiel frischer Serrano-Schinken, oder Fisch, und werden mir mit Sicherheit fehlen, wenn es zurück nach Deutschland geht. Dafür gibts da dann wieder ordentliches Bier.
¡Salud!
Dienstag, 30. Oktober 2007
Dritte Woche, dritte Bude

Inhaltsmäßig gibts heute nicht viel neues, darum nehm ich mir am Axel Springer Verlag ein Beispiel und mach dafür das TitelBILD größer.
Der Einzug in die dritte und hoffentlich letzte Wohnung steht bevor, das heißt ich bin hier endgültig etabliert. Die Adresse verrate ich Euch hier, und zwar ist das die Calle de la Aduana 27, im vierten Stock die Wohnung B, in 28013 Madrid (da wo der grüne Pfeil ist). Für Liebesbriefe oder kulinarische Schmankerl aus der bayerischen Heimat steht mein Briefkasten immer offen.
Kurz zur Orientierung, Sol unten in der Mitte ist das Zentrum von Madrid, und die Gran Via am oberen Bildrand ist - der Name lässts vermuten - eine der Hauptverkehrsadern in Madrids Zentrum. Gran Via und Sol sind äquivalent zu Leopoldstraße und Marienplatz. Meine Wohnlage hat sich also im Vergleich zu München nicht sehr verändert, und ich bin froh dass ich nun wieder alles zu Fuß erreichen kann (außer die Uni).
Ein Festnetz werde ich dort auch haben. Die Nummer dazu, genau wie meine spanische Handynummer findet ihr in meinen Profilen bei StudiVZ oder openBC, und natürlich gibts die für nette Menschen auch direkt auf Anfrage.
Die Handynummer ist aber noch so lange nutzlos, bis endlich mein ent-SIM-locktes Handy aus Regensburg eintrifft.
Solltet ihr die Festnetznummer anrufen stellt Euch bitte darauf ein, dass mein spanischer Mitbewohner Valentin oder eine seiner drei Katzen ans Telefon gehn. Keine Panik, folgende Sätze werden Euch weiterhelfen:
"Hola, soy XXX. Por favor, podrías conectarme con Stefan?" oder
"Miau, miau XXX. MIIIIIIIAAAAAAAAAAUUUUUU Stefan?"
("Hallo, ich bin XXX. Kann ich bitte mit Stefan sprechen?"). Notfalls könnt ihr Euch auch dumm stellen und nur wiederholt "Stefan?" sagen, aber bitte nicht anrufen und wieder auflegen ;).
Lustigerweise wird er nicht wissen wen ihr meint, wenn ihr "Stefan" wie im Deutschen [Schtefan] aussprecht. Bitte also mit einem stimmlosen "S" wie in "Sangria" oder in "Simsalabim". Bei Starbucks schreiben sie hier auch immer Estefan auf meinen Becher - diese Spanier...
Da das mit der SkypeIn-Nummer trotz mehrmaligen Reklamationen nicht geklappt hat, werde ich es nun erst mal lassen. Aktive Kundenbetreuung schaut anders aus.
Montag, 29. Oktober 2007
Es geht voran...

Nein, das ist kein Miró, der im Prado hängt, das ist ein Werk aus der Frühphase von Stefanò, der heute an der Uni zur Abwechslung mal etwas sinnvolles gemacht hat.
Und zwar die Änderung der Geschwindigkeitsverteilung um eine Ellipse, die mit 20m/s von links angeströmt wird, zu simulieren. Rot bedeutet dabei "schnell", und dann gehts über gelb und grün Richtung dunkelblau, wo die Geschwindigkeit fast null ist - klingt komisch, ist aber so.
Das war zwar mehr oder weniger eine kleine spielerei, um den Funktionsumfang des CFD-Programms (Computational-Fluid-Dynamics) kennen zu lernen, aber wenn dann so hübsche bunte Bilder rauskommen ist das doch schon mal was...
Mehr Infos darüber, wie denn so eine Diplomarbeit in der Luft- und Raumfahrttechnik aussieht, gibts dann in ein paar Tagen, wenn ich das selbst weiß.
Spanisch-Kurs war heute auch zum ersten mal an der Uni. Ganz spaßig eigentlich, mit einem Polen, einem Albaner, ein paar Italienern, einer Dänin und einem Ösi in einer Sprache zu plaudern, die keiner richtig kann. Hoffentlich hilft's was. Am Wochenende wurde mir nämlich klar, dass auch beim Weggehn ein gewisses Grundverständnis den Spaßfaktor unglaublich anheben kann.
Wobei die Kommunikation mit meinem neuen Mitbewohner schon ganz gut geklappt hat, als ich gestern die Schlüssel abgeholt habe. Netterweise arbeitet der in einer Bar - mal schauen, ob der mit den Freundschaftspreisen der Regensburger Gastronomen mithalten kann :)
Zur weiteren Spanisch-Optimierung habe ich meine Lernmethoden nun auf Karteikarten und DVDs mit Untertiteln erweitert. Aus diesem Grund hab ich mir heute "La Chaqueta Matálica" auf DVD gegönnt. Auch bekannt unter dem Titel "Full Metal Jacket".
Lustigerweise kann ich jetzt die Frage, die David H.-A. aus R. beim wandern aufgeworfen hat, beantworten:
Ja, der Gesang während des Marine-Trainings ist relativ gut ins Deutsche übersetzt.
Die konkrete Stelle lautet: "Ho Chi Minh is a son of a bitch" :)
Hasta luego, John Wayne!
Labels: Aerodynamik, CFD, DVD, Full Metal Jacket, Miró, Spanisch lernen
Sonntag, 28. Oktober 2007
Metro und Bus im Madrid - Am Ende des Gangs

Da also von einer Autofahrt aus versicherungstechnischen (und damit meine ich die Lebensversicherung) Gründen abzusehen ist komme ich nun zu meinem präferierten Fortbewegungsmittel für den innerstädtischen Verkehr - das Bild verräts, dem öffentlichen Personennahverkehr. Metro und Bus.
Die Madrider Metro ist um einiges billiger, als man das von zu Hause gewohnt ist (10 Fahrten kosten 6,40€ - die Monatskarte knapp über 40,-€), und sie ist - ein wenig anders.
Da man ohne Fahrkarte die Schranken zur Metro nicht passieren kann bleiben einem die Kontrolleure, und damit die bangen Sekunden zwischen "Die Fahrausweise bitte!" und "Keine Panik, heut bin ich ja legal unterwegs" erspart, und man kann die Fahrt entspannt genießen. Bis auf die abrupten Stopps im Tunnel. Ohne ersichtlichen Grund, alle paar Minuten.
Mittlerweile hab ich den Grund herausgefunden: Die Kurven sind so eng, dass nur immer eine Richtung befahren werden darf. Der entgegenkommende Zug muss anhalten - sehr intelligent gelöst.
Das kann jedoch den Fahrplan nicht durcheinander bringen. Es gibt nämlich keinen. Es existiert lediglich eine Übersicht a la "Zwischen acht und zehn kommt der Zug alle drei Minuten, danach alle sechs bis sieben, ..."
Überraschenderweise funktioniert das System, sogar besser als in München, und man kommt relativ flott von A nach B.
Das Onboard-Entertainment-System (OES) besteht aus Straßenmusikanten, die in schöner Regelmäßigkeit Gassenhauer auf Violine oder Quetschn zum Besten geben. Wahlweise auch quengelnde Bettler, was jedoch nicht ganz den Unterhaltungswert der Musikanten erreicht.
Haarig wirds jedoch beim Umsteigen. Gemeinsame Bahnsteige zweier Linien (wie z.B. bei U3/U6 in München) gibt es gar nicht. Auch fährt man nicht einfach eine Rolltreppe nach unten, respektive nach oben um zur anderen Linie zu gelangen. Das wäre zu einfach.
Man geht erst einmal ein paar Treppen nach oben, um dann mit zur Seite geneigtem Kopf einen endlosen Gang entlang zu gehen, der ca. 1,80m hoch ist (viel Spaß Zirni falls Du mal nach Madrid kommen solltest, mit der Durchschnittsgröße der Spanier wirst Du nicht glücklich (die Stange zum Festhalten in der Metro dürfte bei Dir so in Gebisshöhe sein)). <- In der Mathematik ist so was erlaubt :)
Am Ende des Gangs* geht es dann eine Rolltreppen-Staffette nach oben oder unten, in einen neuen Gang, und wenn das Spielchen gerade anfängt langweilig zu werden kommt man dann in Richtung Bahnsteig.
Sprich: Umsteigen ist mehr als lästig, wenn möglich vermeiden.
Teilweise geht das sogar so weit, dass (ja, hab ich gestern schlauerweise selber gemacht) wenn man den falschen Ausgang in einer Station nimmt, man das Tageslicht an einer anderen Haltestelle erblickt, als man eigentlich ausgestiegen ist.
Zu den Madrider Bussen gibt es wenig zu sagen, kosten genau so viel wie die Metro, sind aber dafür von Mercedes.
Auch hier ist die Fahrplangenauigkeit nicht enorm, im Streckennetz wird nur angegeben, dass der 124er auf dem Paseo de la Castellana acht mal hält. Wo dann genau ist meistens Glückssache.
Eine schöne Einrichtung sind hier die vielen Nachtbuslinien, die alle vom Plaza de Cibeles starten. Wenn nicht gerade jemand auf gut bayerisch "Breckerlhusten" hat, ist die Fahrt eigentlich ganz angenehm und spart eine Menge Taxi-Kosten. Aber da ich ab übermorgen im Zentrum wohne hat sich das Thema für mich eh erledigt.
Ach ja, schöne Grüße nach München - eingefrorene Weichen gibts hier meines Wissens nur sehr sehr selten :)
* Laut Duden könnte man hier auch "Am Ende des Ganges..." schreiben, ich wollte jedoch keine Assoziationen zu einem indischen Melodram wecken.
p.p.S.: Was man bei Google nicht so alles findet: "Am Ende des Ganges" ist außerdem eine Verfilmung von Kafkas "Der Prozess" von Michael Muschner... interessant, interessant.
Labels: Bus, Fahrplan, Haltestellen, Metro, Nachtbus
Freitag, 26. Oktober 2007
Augen auf im Straßenverkehr

Der zweite Volkssport neben Futbol ist hier in Madrid der moderne Dreikampf: Sprinten (über die Straße), Weitsprung (auf den Bürgersteig) und Spurwechsel-Marahon. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich kapiert habe, dass die StVO hier etwas anders aussieht als gewohnt.
Das gemeine ist, dass sich die Spanier der gleichen Verkehrszeichen bedienen wie die Deutschen, ihnen aber klammheimlich eine andere Bedeutung gegeben haben - ganz davon zu schweigen, dass auch die einzelnen Verkehrszeichen für unterschiedliche Verkehrtseilnehmer eine andere Bedeutung haben.
Beispiel Ampel:
Eine grüne Ampel bedeutet für Fußgänger: "Schau links, schau recht, und wenn nichts kommt, dann schaust Du nochmal links und rechts, und wenn dann nichts kommt - Hacken in den Teer und rüber über die Straße!"
Eine rote Ampel bedeutet für Fußgänger: "Schau links, schau recht, und wenn nichts kommt, dann schaust Du nochmal links und rechts, und wenn dann nichts kommt - Hacken in den Teer und rüber über die Straße!"
Für Autofahrer hingegen bedeutet eine grüne Ampel: "Rechtes Pedal runterdrücken, und probier ob Du noch dreimal die Spur wechseln kannst bis Du bei mir bist!"
Eine rote Ampel heißt hier - gar nichts. Wenn Fußgänger, oder schlimmer, einer dieser Verkehrspolizisten auf der Straße stehen gibt man entweder - ganz gentleman-like - Hilfestellung zum Weitsprung auf den Bürgersteig, oder zieht notfalls in Erwägung, doch anzuhalten. In diesem seltenen Fall verlieren jedoch dann die Fahrbahnmarkierungen ihre Bedeutung, und man reiht sich auch in einer dreispurigen Straße zu fünft nebeneinander ein.
Den Touristen zu liebe stehen im Stadtkern mittlerweile an jeder großen Kreuzung 4 - 5 Verkehrscops, um den Ampeln ein wenig Nachdruck zu verschaffen.
Blaulicht und Tatütata von hinten bedeutet - ebenfalls nichts. Es ist schön, es ist bunt, aber es bedeutet nichts. Dies ist ausnahmsweise für Fußgänger und Autofahrer gleich.
Ein eleganter Weg, Einbahnstraßen, oder besser gesagt -gassen zu umgehen, man fährt einfach rückwärts hinein. Sieht dann zumindest so aus, als ob man ordentlich fahren würde.
Für Radfahrer gibt es gar keine Verkehrsregeln - Da es hier nirgens Radwege gibt hat sich das Problem mit den lästigen SozPäd-Studenten auf zwei Rädern nach dem Darwin'schen Prinzip relativ schnell erledigt. Das Bild links oben zeigt den kläglichen Versuch, der Radler, die Straßen zurück zu gewinnen, aber da haben wohl nicht einmal nackte Tatsachen geholfen.
Ach, bevor ich es vergesse, Zebrastreifen gibt es hier auch en Masse, und auch sie haben für alle Verkehrsteilnehmer die gleiche Bedeutung - gar keine :)
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Fotos von meiner Uni
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| Die U.P.M. |
So heute also wie versprochen die Fotos von meiner Uni. Sicherlich nicht sonderlich spektakulär, aber ganz nett durchzuklicken. Bedingt durch die Aufteilung in die vielen einzelnen Zentren ist der Campus sehr sehr weitläufig, wie Ihr im ersten Bild seht. Könnt ja mal versuchen, mein Department auf Anhieb zu finden...
Bilder aus meinem eigenen Institut gibts leider erst, wenn ich wieder mal da gewesen bin.
Mehr Infos über die Spanier an sich gibts dann morgen :)
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Meine Uni, die Escuela Técnica Superior de Ingenieros Aeronáuticos an der Universidad Politécnica de Madrid

Viele (allen voran meine Eltern) werden sich gewundert haben, dass ich bisher relativ wenig über meine Universität geschrieben habe. Nun das liegt einfach daran, dass ich mich dort noch nicht all zu oft aufgehalten habe.
Deswegen gibts heute mal einige Infos wo ich genau studiere: Eigentlich ja an der Universidad Politécnica de Madrid. Diese ist unterteilt in ca. zehn E.T.S.I.s, das sind die Escuelas Técnica Superior de Ingenieros, und noch einmal ca. zehn E.U.I.T.s, was Escuela Universitaria de Ingeniería Técnica bedeutet.
Die E.U.I.T.s sind von der Rangordnung etwas niedriger angesiedelt (so wie etwa unsere FHs - bitte lyncht mich jetzt nicht, ich weiß dass auch unsere FHs hervorragendst sind), was sich zum Beispiel darin niederschlägt, dass Absolventen einer E.U.I.T. in einem Konzern nur bis zu einem geringeren Betrag zeichnungsbefugt sind als E.T.S.I.ler.
Ich bin also in der E.T.S.I. Aeronáuticos angesiedelt und dort wiederum im Instituto Universitario de Microgravedad "Ignacio Da Riva" kurz IDR/UPM. Ja Eure Spanisch-Synapsen haben richtig geraten, es handelt sich um das Institut für Mikrogravitation - und mein journalistischer Ehrgeiz wird nicht eher ruhen, als dass ich herausgefunden habe was zum Teufel Aerodynamik (mein Diplomarbeitsthema) mit Mikrogravitation zu tun hat!!!
Aber wie schon beschrieben, der Lehrstuhl macht irgendwie alles ein bisschen, und so haben sie sich halt mal einige kleinere Windkanäle angeschafft, und ein wenig aerodynamiziert. Kann ja durchaus spaß machen, sich den Wind unter den Laborkittel pfeiffen zu lassen :)
Fotos von der Uni hab ich noch keine - mit der Kamera über den Campus wäre wohl kontraproduktiv, wenn man eh schon ERASMUS-Idiot auf der Stirn stehen hat - werden aber nachgeliefert. Auch das Chaos in meinem Institut will ich Euch keinesfalls vorenthalten. Kommt dann in den nächsten Tagen.
Jetzt gehts erst mal richtung erster ERASMUS-Party, wo sich sicherlich aus ganz Europa leute tummeln werden, die man aber kaum entdeckt, weil sie unter 95% unserer italienischer Freunde regelrecht untergehen.
Labels: ERASMUS Party, ETSI, ETSI Aeronauticos, EUIT, IDR, Uni, UPM
Dienstag, 23. Oktober 2007
Spanisch lernen leicht gemacht

Zwei Wochen Spanien habe ich nun hinter mir, und ich muss eingestehen, die Hoffnung, dass einem das Spanisch hier zufliegt, wenn man tagtäglich von Spaniern umgeben ist hat sich leider nicht erfüllt. Das liegt einerseits daran, dass die Spanier nicht mal einen Gang zurückschalten und in einfachsten Infinitivkonstrukten reden können, wie wir Deutschen das immer so nett machen "Du kommen hier her und putzen schneller!" und zum anderen, dass es gar nicht so leicht ist mit den Eingeborenen hier in ein Gespräch zu kommen (Angestellte in Bars, Supermärkten,... sind in der Regel grundlos im Stress, und da ich an der Uni keine Vorlesungen besuche, und das Institut wie ausgestorben ist, tut sich hier auch nicht viel).
Da es mich jedoch schon ein wenig ank..., immer wie der Ochs vorm Berg dazustehen, wenn man doch mal was gefragt wird habe ich nun parallel zu meinem Sport-Programm mein persönliches Spanisch-Programm ins Leben gerufen.
Die zwei Semester an der Uni haben mir zwar die Grundzüge etwas näher gebracht, aber für die Kommunikation mit Spaniern ist das völlig unzureichend. Hörverständnis ist gleich Null vorhanden. Deswegen wurde erst einmal die volle Bandbreite der Möglichkeiten eines schnellen Spracherwerbs eruiert:
(Eigentlich angestrebt war ja, zügigst eine hübsche Spanierin für Privatunterricht zu gewinnen. Bisher leider ohne Erfolg, aber ich bin ja noch ein Weilchen hier.)
Podcasts: Hervorragend! Einfach mal in iTunes nach Spanis(c)h + Podcast suchen. Mittlerweile tummeln sich schon einige dieser Podcasts auf meinem MP3-Player und versüßen mir die Metro-Fahrten. Besonders zum Hörverständnis ist diese Methode bestens geeignet. Mein Favourite ist Spanish-Bookworld. Da die Podcasts in Englisch sind wird das gleich ein wenig mit aufpoliert. Eignet sich wohl aber nur, wenn man schon Spanisch-Grundkenntnisse hat, und entsprechend gut Englisch versteht.
Eine weitere Seite ist SSL4YOU Spanish segunda lengua.
Spanische Zeitungen: Je niedriger das Niveau umso besser. Zum Beispiel Artikel über Sportereignisse, die man selbst gesehen hat (Formel 1 - Finale :) ), dem hat die Marca fast zehn Seiten gewidmet von denen sogar ich einen Großteil verstand...
Bei der neuen FHM ist nun auch eine DVD dabei, wo 10 ansprechende junge Damen interviewt werden. Schaun wir mal, ob das auch hilft.
Mit Pennern reden: Ok, das war mehr Zufall, und es war auch nicht wirklich ein Penner. Sagen wir mal ein außerhalb der Gesellschaft stehender, der sich auf die Parkbank neben mich gesetzt hat, und mir in Spanisch die Geschichte vom weißen Pferd erzählt hat. Der Vorteil war hier, dass er (wohl alkoholbedingt) nicht ganz so schnell geredet hat wie alle anderen hier, und ich mein Spanisch ohne Rücksicht auf Verluste an ihm testen konnte, ohne dass er berufsbedingte zeitliche Engpässe als Ausrede benutzen konnte.
Einen Mitbewohner suchen, der NUR spanisch spricht: Klingt komisch - ist aber so. Mein jetziger vermieter spricht sehr gut englisch, was mir natürlich gar nichts bringt. Wenn ich doch einmal versuche, spanisch mit ihm zu reden wechsle ich bei den ersten auftretenden Schwierigkeiten sofort wieder ins Englische. Ab 1.11. sollte jedoch auch diese Hürde gemeistert sein.
Die ersten Früchte meiner Arbeit konnte ich bereits gestern ernten, als ich es geschafft habe mir neue Tageslinsen zu kaufen - Baugleich mit den Focus-Dailies, aber um die Hälfte billiger, da von einer No-Name-Marke vertrieben :)
¡Hasta entonces, amigos!
p.S.: Für potenzielle Besucher habe ich hier rechts eine Linkleiste mit Hostels und Airlines eingerichtet!
Labels: Kontaktlinsen, Podcasts, Spanisch lernen, Zeitungen
Montag, 22. Oktober 2007
Stierkampf in Las Ventas
Um die Kultur der Spanier zu verstehen muss man wohl auch einmal einem Stierkampf beigewohnt haben - dachte ich mir zumindest in meiner jugendlichen Dummheit. In unserem Fall handelte es sich um eine Novillada. Das heißt die Stiere sind noch etwas jünger, auf jeden Fall unter vier Jahre. Es war also nicht die Champions-League, aber für den Einstieg sollte es auch die 2. Bundesliga tun.
In Touri-Euphorie ging es zum Plaza Monumental de Las Ventas, den Ihr auf dem Foto unten seht. Eigentlich ein ganz schönes Stadion, und das Wetter war auch hervorragend.
Nach einiger Zeit des Wartens in der prallen Sonne begann das Spektakel. Und spektakulär war es wirklich, als die ganzen Akteure erst einmal feierlich in die Arena eingezogen sind. Teilweise auf Pferden, und alle in Glitzer-Fummel wie am Christopher-Street-Day. Ich schaute mir das relativ belustigt an, und machte nebenbei einige Fotos - die Spanier waren am ausflippen. Dazu spielte eine Live-Band einen zünftigen Paso Doble.
Als der große Umzug vorbei war, kam dann der Stier in die Arena. Schwarz wie die Nacht, ein schönes Tier. Er war noch einer der glücklicheren, denn da er so etwas wie die "Vor-Band" war durfte er, nachdem er etwas getriezt wurde weiterleben, und wurde - ganz pathetisch - von einer Horde weißer Stiere aus der Arena geleitet. So weit so gut, und ich dachte mir, dass das eben so ist bei einer Novillada. Ist ja auch blöd einen Jungstier zu schlachten...
Denkste. Das Grauen kam danach. Wieder betrat ein schwarzer Stier - bei weitem sympathischer als der aufgeblasene Torrero - die Arena. Zuerst wurde er von ein paar dieser Clowns immer in eine Ecke gelockt, die sich dann immer schön brav hinter einer Wand versteckten, wenn er angetrabt kam. Wie beim Affentratzen, nur halt ohne Ball, dafür mit Stier.
Anschließend kamen dann die Picadores in die Arena. Reiter mit Lanzen. Diese reizen den Stier so lange bis er auf das Pferd (das durch einen Umhang geschützt ist) losgeht, und rammen ihm dann ihre Lanze in die Nackenmuskulatur. Zwei bis drei mal geht das so. Warum das so sein muss?
- Damit er erst mal sau-viel Blut verliert. Ab jetzt läuft dem Stier das Blut links und rechts runter - ein traumhafter anblick
- Um den Stier und seine Nackenmuskulatur schon mal müde zu machen
- Und natürlich dafür zu sorgen, dass der Kopf für die nächsten Akte schon einmal ein wenig tiefergelegt ist
Da hättet ihr eigentlich auch selber drauf kommen können. Außerdem sorgt der Stier noch dafür, dass sich das Pferd zumindest einige Rippen bricht oder innere Organe quetscht. Damit sich das arme Pferd nicht vor Angst in den Schutzumhang macht sind ihm fairerweise die Augen verklebt.
Um in der Sportlersprache zu bleiben war das das erste Drittel, und dauerte einige ekelhafte Minuten.
Im zweiten Drittel wurden dem armen Vieh dann von verschiedenen Personen bunte, in heiteren Farben gehaltene Lanzen in die schon offene Rückenpartie gerammt. Ein unterhaltsamer Spaß für die ganze Familie.
Zum Schluss kommt dann der Auftritt des großen Torrero. Der Stier hat jetzt merkbar keine Lust mehr. Ist auch leicht verständlich, wenn man immer ins Leere läuft. Einige Minuten demonstriert nun der Torrero was für ein toller Hecht er ist, und dann rammt er sein schwert in den Rücken des Stiers - bestenfalls trifft er gleich das Herz oder die Aorta, was dann zu einem schnellen, artgerechten, nur wenige Minuten dauernden Todeskampf führt, währenddessen dem Stier das blut schön aus dem Maul strömt, und er noch so lange traktiert wird bis er vor Erschöpfung friedlich zusammenbricht.
Schlechtestenfalls - und bei uns war es in vier von sechs Schlachtungen so - Trifft der Torrero halt nen Knochen, und das Schwert fällt wieder heraus. Und genau hier beginnt die Ungerechtigkeit: Anstatt zu sagen "Ok, Du hattest Deine Chance - der Stier war aber cleverer, also darf er weiterleben und auf einer grünen Weide mit ein paar sexy Kühen verbringen" heißt es "Ok, probiers nochmal!" Und wenn der drittklassige Versager dann auch beim vierten und fünften Mal nicht trifft, dann wird die arme Sau von Stier von den Gehilfen derart in eine Ecke getrieben, dass auch der letzte Depp nicht mehr vorbei stechen kann.
Da er aber selbst dann meistens noch ein wenig zappelt und röchelt wird ihm gnädigerweise mit einem Messer noch der Gnadenstoß versetzt. Dann großer Beifall für den mutigen Torrero, und der nächste ist an der Reihe. Verlängerung gibts in der Regel keine.
Besonders zu meiner Belustigung wurde zwar auch der eine oder andere Torrero mal auf die Hörner genommen, aber schlussendlich hatte immer der Stier das Nachsehen. Zu hoffen, dass eines dieser Tiere überlebt ist wohl wie wenn man bei einem Porno darauf wartet, dass am Ende geheiratet wird.
Meine Lieblingsunterhaltung wird es wohl nicht werden, aber jedem das Seine. Da schau ich mir doch lieber ein ordentliches Fußballspiel an. Wobei jetzt hier auch einige sagen werden, dass in der Bundesliga der sportliche Anreiz ja ebensowenig gegeben sei - wenn der FC Bayern spielt stehe ja auch vorher schon fest, wer gewinnt... :)
Einige Fotos (vom unblutigen Teil) gibts hier:
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| Stierkampf |
Labels: Arena, Stierkampf
Sonntag, 21. Oktober 2007
Kultur(schock)
Die Zeit der geballten subjektiven Erlebnisse in einer neuen Stadt neigt sich wohl dem Ende zu, die primäre Touri-Checkliste ist größtenteils abgehakt. Gestern waren wir zum Beispiel noch im Museo Nacional Centro de Reina Sofia. An sich ein beeindruckendes Museum mit Werken der großen spanischen Künstler (Picasso, Miró, Dalí,...). Zum Teil interessante, zum Teil spektakuläre Werke, zu einem Teil jedoch auch Exponate wo einem Banausen wie mir jeglicher Zugang fehlt, und wohl auch immer fehlen wird. Fotos gibts hiervon nur das eine links oben, da im Museum selbst das Fotografieren untersagt war.
Demnach ist ein kleiner strategischer schwenk auf die objektiven Eindrücke dieser neuen Stadt, dieses neuen Landes, dieser neuen Kultur angebracht.
Von Kulturschock zu sprechen wäre übertrieben, dennoch ist schon ein deutlicher Unterschied zu Deutschland vorhanden. Los ging es hier für mich, wie ihr ja gemerkt habt mit der Wohnungssuche. Im nachhinein betrachtet hatte ich sehr großes Glück, ich habe die erste Wohnung bekommen, die ich besichtigt habe (zwar mit Abstrichen, aber ok) und in die zweite Wohnung, die ich gesehen habe ziehe ich am 1.11. ein. Seitdem habe ich mir von mehreren Leuten Geschichten erzählen lassen, die vier Wochen im Hostal wohnten, bis sie etwas gefunden haben, teilweise bis zu 20 Wohnungen pro Tag besichtigt haben, Löcher besichtigt haben, ohne Fenster, in denen man sich menschenwürdiges Leben nicht vorstellen kann.
Sprich - das Wohn-Niveau ist bei den Spaniern dezent niedriger als wir es aus unseren Neu- oder renovierten Altbauwohnungen in Deutschland kennen. Es gibt hier sogar ein Programm der Stadt gegen den Verfall des Wohnraums.
Wenn ich mir meine Bude hier so anschaue kann ich das verstehen. Es handelt sich zwar um ein relativ gut erhaltenes Gebäude, aber Sauberkeit ist etwas anderes. Und so kommt es schon mal vor, dass einen bei der morgendlichen Toilette Gedanken beschleichen wie "wenn ich jetzt beim Verlassen der Dusche versehentlich neben meine Badeschlappen trete war alles für die Katz" oder "sollte meine Zahnbürste aus dem Waschbeutel kippen, schmeiß ich sie weg".
Eine weitere gewöhnungsbedürftige Einrichtung ist hier die Gasheizung. Vor allem: So eine Gasflasche kann leer werden!!! Mit dieser Nachricht schockte mich nämlich mein Vermieter gestern morgen, und meinte, dass wir halt jetzt drei Tage kalt duschen müssen (für ihn kein Problem, weil so oft betrifft ihn das schätzungsweise nicht). Zum Glück war das ganze ein Fehlalarm, er hatte noch eine Reserveflasche gefunden.
So gibt es also doch kleine und größere, sowohl liebenswerte aber auch nervige Unterschiede zum gewohnten Leben zu Hause. Weitere Episoden folgen ganz gewiss...
Labels: Dalí, Hygiene, Kulturschock, Miró, Museo Reina Sofia, Picasso, Wohnung
Samstag, 20. Oktober 2007
Nachtrag - Fotogalerie
Hier wie versprochen die Fotos von gestern. Sorry, aber ich musste die erst noch entwickeln lassen. Viel Spaß!
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| Touri-Tour Pt. IV |
Labels: Fotos
Freitag, 19. Oktober 2007
El Paseo de la Castellana
Nach den Vertröstungen der letzten Tage habe ich heute meinen Prof auf einen verbindlichen Arbeitsplan festgenagelt - den er mir dann auch bereitwillig gegeben hat: Eine kleine Handzeichnung auf einem DIN-A4 Blatt, und ein paar kommentare, wie wir das machen. Soll nicht zu viel werden, denn ich soll ja auch einige Tage - ach was sag ich Tage - Wochen durch das Land reisen, seiner Meinung nach. Mal schaun was mein Betreuer an der TUM dazu sagt :)
Zuerst werde ich mich mittels Tutorial in ein Computational Fluid Dynamics Programm einarbeiten (Dauer: 2 Tage). Im Anschluss werde ich zu den Versuchskörpern numerische Berechnungen anstellen diese im Windkanal mittels Versuchen verifizieren (also hoffentlich verifizieren - falsifizieren wäre ein wenig ungünstig).
Das schöne ist, dass mein Prof jetzt erst mal zwei Wochen im Urlaub ist, und ich bis dahin nur das Tutorial durcharbeiten kann - sprich: Zwei Tage Arbeit in den nächsten beiden Wochen. Das Leben kann so schön sein.
Meine frisch aufgeblühten Hoffnungen, bald spanisch zu beherrschen wurden dann beinahe zerstört, als ich einem Postbeamten klar machen wollte, dass ich ein Apardo Postal benötige - ein Postfach. Ich hab mich extra vorher erkundigt, dass es so was gibt, und wie es heißt, aber der Kerl wollte mein Spanisch nicht verstehen :( Als er nach einiger Zeit einen Kollegen geholt hat, der Englisch verstand wurde mir jedoch zum Glück klar, dass es nicht an mir lag. Auf der Internetseite steht es zwar großmächtig, aber in der Geschäftsstelle wollten sie davon nix wissen - ham ma ned.
Auch während der darauf folgenden Touri-Tour kam mir einiges spanisch vor. Ich wollte doch nur das Verteidigungsministerium fotografieren, da dauerte es keine 5 Sekunden bis hinter mir ein wild fuchtelnder Uniformierter stand. Seinem Spanisch konnte ich auch nicht so ganz folgen da er doppelt so schnell sprach wie normale Spanier, aber als er dann mit dem Englisch-Akzent eines russischen Hollywoodterroristen "Delete that picture" herausquetschte wurde mir schlagartig klar, was er von mir wollte.
Der restliche weg dieser (vorerst) letzten Touri-Tour führte mich entlang des Paseo de la Castellana mit seinen imposanten Bauwerken inklusive dem Estadio Santiago Bernabéu. Irgendwann muss dafür mal ne Karte her.
Fotos davon gibts morgen, jetzt gibts ers mal eine schöne Cerveza
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Ab ins Grüne!
Auch mein heutiger Termin an der Uni wurde gecancelt, und auf nächste Woche Mittwoch und Freitag verschoben. Mein Prof ist ab Montag 10 Tage weg. Das heißt für mich: URLAUB!!! :D
Ist ja nicht so, dass man hier außer der Uni nichts unternehmen könnte...
Also hab ich erst mal mein Sportprogramm fortgesetzt (was echt bitter nötig ist) und war laufen. Anschließend ging es wieder auf Besichtigungstour. Diesmal ins grüne Herz der Stadt - in den Parque del Retiro. Hut ab, den haben die Spanier echt sauber hingekriegt, wie Ihr auf den Fotos sehen werdet. Mit der Weitläufigkeit des englischen Garten kann er zwar nicht mithalten, dafür ist hier alles aufs äußerste herausgeputzt.
Ein weiterer grüner Teil Madrids befindet sich in der Estacio Atocha - im Bahnhof ist ein tropischer Garten angelegt. Da wartet man doch gerne mal auf einen Zug. Und was machen unsere Bahner? Die streiken. Die sollten lieber mal die Hacke in die Hand nehmen und Blumenzwiebeln setzen.
So mal schaun... ah ja, die Wetteraussichten für morgen - sieht hervorragend aus. Hörte ich da etwas von Schnee in der Heimat?
Und hier sind die Fotos vom Retiro und Atocha:
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| Touri-Tour Pt. III |
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Touri-Tour die Zweite
Wenn ich schon an der Uni nichts tun kann, muss ich eben die Stadt erkunden. Da kommt mir die Tour II in meinem geliebten Baedeker-Reiseführer gerade recht (an dieser Stelle noch mal Danke fürs Geburtstagsgeschenk, Jungs und Mädels). Los gehts am Bahnhof Atocha, den Paseo del Prado hoch, und anschließend über den Plaza de la Cibeles wieder einmal die Gran Via entlang bis zum Plaza de España.
An der Zahl der Fotos merkt ihr aber schon, dass diese Tour nicht ganz so prickelnd war wie die erste. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich an den drei großen (und anscheinend wirklich sehenswerten) Museen von Weltrang nur vorbei gelaufen bin: Dem Museo Thyssen-Bornemisza, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia und nicht zuletzt dem Museo del Prado.
Die beiden letztgenannten werden definitiv am Wochenende in Angriff genommen - kulturelle Bildung muss ja auch sein. Wollte schon immer mal einen echten Picasso bewundern.
Mein Spanisch wurde dann heute an der Uni arg strapaziert.
Zuerst war allgemeines ERASMUS treffen an der Uni. Das hieß Smalltalk auf Spanisch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, und mit zahlreichen Ausrutschern ins Englische hat es aber doch überraschend gut geklappt. Ist aber auch nicht mehr so schwer, wenn man den Leuten zum vierten mal erklärt, wo man her kommt, was man hier macht, und wo man nun wohnt :)
Schwieriger wurde es danach, als wir den Leuten im Rechenzentrum klar machen mussten, dass wir sehr gerne einen WiFi-Zugang hätten. IT-ler, die kein Englisch sprechen - man glaubt es kaum, aber nach 15 Minuten mit den beiden zuständigen Betreuern war zumindest einmal ein Gastzugang klar gemacht, und der eigene Account kommt in den nächsten Tagen, wenn der Server wieder funktioniert :)
Solche Erfolgserlebnisse sind echt ermutigend.
Nachmittags - Sport darf natürlich nicht fehlen - war ich dann zum ersten mal bladen. Natürlich mit meinen eigenen Inlineskates. Was denkt ihr denn, wo die 50kg Koffergewicht herkommen?!? Obwohl der Park ganz nett war muss die optimale Strecke dafür erst noch gefunden werden. Aber da habe ich ja noch etwas Zeit.
Hier gehts zum Fotoalbum:
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| Touri-Tour Pt. II |
Labels: Bladen, Kultur, Prado, Reina Sofia, Reiseführer, Spanisch, Tourist, WiFi
Dienstag, 16. Oktober 2007
Una semana en España - Die erste Woche
So, kaum zu glauben, die erste Woche ist rum. Zum Jubiläum gab es heute zum ersten mal ein schönes Erdinger Weißbier, so dass Heimweh nicht die geringste Chance hat (wobei beim Preis von 4,80 schon die ersten Heimatgefühle sprießen).
So weit läuft alles ganz gut, gestern habe ich meinen zweiten Mietvertrag unterschrieben. Ich habe mich zwar etwas an mein Zimmerchen gewöhnt, aber trotz Oropax ist das Geschnarche einfach unerträglich. Ab 1. November hab ich eine WG mit einem schwulen Spanier, und seinen drei Katzen. Mitten im Zentrum von Madrid, zwischen Polizei-Station und sagen wir mal der madrilenischen Reeperbahn, und zum Glück auch noch bezahlbar.
An der Uni läufts mangels Vorbereitung der Spanier noch nicht ganz so rund. Man freut sich zwar, dass wir da sind, aber anscheinend haben die von den Ansprüchen der TU, was eine Diplomarbeit betrifft noch nicht wirklich viel gehört. Eigenständiges Arbeiten ist hier eher verpönt, und neue Sachverhalte zu erforschen ist hier auch nicht Standard. Es geht alles eher gemächlich zu, vergleichbar etwa mit einem deutschen Amt, und ich werde das Gefühl nicht los, dass die alle in ihrem Department rumsitzen, und mal schauen, was die anderen großen Unis und die Firmen so machen. Selbst mitspielen will man da eher nicht, das könnte ja mit Arbeit verbunden sein.
Immerhin konnte ich meinem Prof heute beibringen, dass Adios auf Deutsch Tschus heißt - ein kleiner Erfolg.
Mal schauen, wie das so wird mit der Diplomarbeit, aber anscheinend darf ich - wenn es denn bei dem aktuellen Thema bleibt - ein wenig im Windkanal rumexperimentieren, was ja an sich gar nicht so verkehrt ist.
An alle die noch auf meine Skype-In- oder die spanische Handynummer warten: Dauert noch ein wenig. Die von Skype sind zwar schnell beim Geld abbuchen, aber nicht beim Nummer freischalten, und damit ich die spanische SIM-Karte verwenden kann (die jetzt seit zwei Tagen bei mir rumliegt) muss ich erst noch irgendwie den SIM-Lock von meinem Handy verscheuchen. Sobald sich was tut erfahrt ihr es natürlich hier.
Labels: Chaoten, Diplomarbeit, Erdinger Weißbier, Handynummer, Skype-In, Uni, Windkanal, Wohnung
Montag, 15. Oktober 2007
Endlich Urlaub!

Heute am Sonntag war nach den Strapazen der letzten Tage mein erster richtiger Urlaubstag. In der früh hat es schon gemütlich beim Frühstücken in der WG einer ERASMUS-Freundin angefangen, nach dem wir dann auf den Rastro weitergezogen sind. Der Rastro ist so etwas wie ein Flohmarkt, vergleichbar mit den Buden kurz hinter der tschechischen Grenze, also eine gute Gelegenheit, um sich mit Originalen von D&G, Gucci, oder ähnlichem einzudecken. Auch DVDs und CDs gibts hier ganz günstig ;)
Mittags gabs dann zum ersten mal Paella, aber leider sind wir auf ein Touri-Lokal ausgewichen, weil im eigentlich angesteuerten Restaurant kein Platz mehr frei war. Sprich, die Paella-Erfahrung war durchaus noch ausbaufähig, aber alles in allem war es ein schöner Vormittag.
Das Abendessen zu toppen dürfte hingegen sehr schwer werden. Mit Marcus (ein AC-Alumnus) und seiner Freundin war ich im La Gloria de Montera - ein Restaurant mit echt hammermäßiger und trotzdem erschwinglicher mediterraner Küche.
Als Primer Plato gabs erst mal Lachscarpaccio mit Balsamicodressing, worauf als Segundo Entenbrust mit Apfelpürree folgte. Abgerundet wurde das ganze von einem Carpaccio von frischen Früchten :) Das essen war aller erste Klasse, so dass ich dort mit Sicherheit nicht zum letzten mal war.
Da Marcus' Freundin kein Deutsch spricht, und mein Spanisch eine wirkliche Konversation auch noch nicht zulässt, mussten wir während des Essens auf Englisch ausweichen. Lustig wurde es dann, als wir zu einem Absacker in eine Bar in der nähe von Alonso Martínez weitergezogen sind, und eine weitere Dame hinzukam, die zwar Deutsch und Spanisch aber kein Englisch spricht. Das ganze endete dann irgendwie dreisprachig, aber auf jeden Fall lustig.
Ergo: Mein Englisch ist jetzt wieder top, mein Spanisch zumindest schon mal vorhanden, und Deutsch hab ich auch noch nicht verlernt.
Sonntag, 14. Oktober 2007
Stadtbesichtigung + Botellon
Heute gibts zum ersten mal ordentlich Bilder. Zum Einen von der Gegend, wo ich mich in den ersten Tagen aufgehalten habe, immer auf der Suche nach einem offenen WLAN-Netz, oder einem Internet-Cafe.
Zum Anderen - wie versprochen - habe ich mich in Tennissocken, Sandalen und Michael Schumacher Cap geschmissen, und bin Tourimäßig losgezogen.
Die beiden Fotostrecken könnt Ihr unten starten. Da ich die Bilder auch fleißig beschriftet habe werde ich mich ansonsten heute etwas kürzer fassen.
Samstag Abend war in Madrid "Botellon" angesagt. Botellon kann man in ungefähr mit "Gemeinsames Vorglühen auf einem öffentlichen Platz" übersetzen. In unserem Fall waren es einige ERASMUS studenten, die sich dazu verabredet hatten, und es wurde auch dementsprechend lustig. Anschließend ging es dann noch mit einigen wenigen auf einen Gin Tonic in einen kleinen Club in der nähe.
Auf jeden Fall eine Ressourcen-schonende Einrichtung, die es sich lohnt nach Deutschland zu importieren.
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| Die ersten Tage |
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| Touri-Tour Pt. I |
Samstag, 13. Oktober 2007
Mi primera habitacion

Während ich gestern auf meine Wohnung gewartet habe, wurde ich erst mal von dieser netten Dame links interviewt - sie hat es zumindest probiert, aber wir kamen irgendwie auf keinen grünen Zweig. Das einzige was ich verstanden habe ist, dass sie wohl von BigBrother-Spanien kommt, und irgendeine Aufgabe erledigen muss. Hier ist sie noch einmal etwas genauer zu sehen (aber lasst Euch von dem Foto nicht täuschen, die hatte schreckliche Zähne!!!).
Nachmittags habe ich mich dann mit meinen 60kg Gepäck aus dem Hostel gekämpft, und schon nach einer halben Stunde ein Taxi in mein neues zu Hause gekriegt. Mittlerweile finde ich die Bude gar nicht mehr so verkehrt. Das größte Manko ist das Bett, das nicht mal Bundeswehr-Niveau hat, aber für die nächsten Wochen wird das wohl reichen müssen.
Was auch noch sehr dagegen spricht, länger hier zu bleiben, ist die Tatsache, dass mein Vermieter genau so laut schnarcht wie besagte Spanierin... Das kann doch nicht sein, dass die alle schnarchen. Der liegt im Zimmer neben mir, und ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan, weil ich immer das Geräusch von einem Schlagbohrer, der sich durch meterdicke Ziegelwände quält im Ohr hatte.
Fotos von meiner Wohnung, und noch zwei Bilder vom Hostal der ersten Tage gibts hier
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| Hostal und erste Wohnung |
Abends war ich mit Dominik, einem anderen TU-Studenten noch eine Cerveza trinken. Lustigerweise kommt der ursprünglich auch aus Regensburg. So hat man dann auch gleich einige gemeinsame Bekanntschaften - Regensburg ist echt klein.
Labels: BigBrother, Bilder, Cerveza, Schnarchen, Taxi, Umzug
Freitag, 12. Oktober 2007
Nachtrag

Ich möchte mich hiermit ausdrücklich bei Daniel W. aus R. entschuldigen – ich werde mich nie wieder beschweren, dass besagte Person schnarcht.
Verglichen mit einer der Spanierinnen war das Geschnarche auf der Hütte ein Kinderfasching. Unglaublich, wie so ein kleines Mädel einen solchen Timbre rausschmettern kann. Ein russischer Militärhubschrauber beim Start ist nix dagegen. Mann, mann, mann.
Da nun langsam ein geregeltes Leben eintritt werde ich auch die Berichterstattung aktueller halten können, deswegen heute gleich zwei Posts.
Wie gesagt ist heute Nationalfeiertag (Día de la Hispanidad). Mir kommt es so vor, als ob die ganze Stadt auf einer Party ist, von der ich nichts weiß. Heute ist hier echt der Hund verreckt. Sogar die Bettler haben sich frei genommen, und man kann völlig unbehelligt durch die Straßen ziehen.
Momentan sitze ich wieder einmal im Starbucks und warte darauf, dass ich mein Zimmer beziehen kann. Dann kann ich zum ersten mal auf große Erkundungstour gehen, ohne meine Notebook-Tasche, und ohne Angst, dass mir irgendein #*$%“§(!’+ meine Koffer aus dem Hotelzimmer linkt.
Ich hab zwar schon einiges von der Stadt gesehen, aber das ist sicher noch ausbaufähig. Wird Zeit, dass ich mal den Touri raushängen lasse, und ein paar Fotos mache. Die Sandalen und die Tennissocken stehen schon in den Startlöchern.
p.S.: Kann man eigentlich zu Hause in der Früh auch noch im T-Shirt außer Haus gehen?
Una noche con cuatro Espanolas

Wofür die meisten viel Geld berappen würden, ist gestern für mich fast umsonst Realität geworden – eine Nacht mit vier Spanierinnen :) . Der Hostal-Chef hatte mich bereits morgens vorgewarnt, dass in meinem sechser Appartment noch vier weitere Gäste erwartet werden. Genauer gesagt waren es dann vier mittelprächtig-hübsche, dafür aber recht nette Spanierinnen. Während des einen oder anderen San Miguel hab ich erfahren, dass sie wegen dem heutigen Nationalfeiertag in Madrid sind, wo sie eine Parade mit der Königsfamilie und sonstigem Brimborium besuchen wollen...
Ja mein spanisch ist wirklich schon etwas besser geworden, und beim nächsten „Activity“ werde ich dank meiner Gebärdensprache jede Pantomime mit links erledigen.
Im Hostal war dies nun die letzte Nacht für mich. Heute ziehe ich erst mal in ein Zimmerchen bei einem gebürtigen Spanier, der jedoch zum Glück englisch und sogar ein wenig deutsch spricht. Die Bude ist relativ schäbig, und der Vermieter verschroben. Übernachtungsgäste sind nicht erlaubt – ihr müsst euch also noch ein wenig gedulden.
Das ganze ist mehr eine Übergangslösung, auf jeden Fall besser (und billiger) als das Hostal. Für 1.11. hab ich auch schon ein Angebot in einer schöneren, und größerern, und auch unglaublich viel teureren WG. Mal schaun, was daraus wird. Wenigstens bleibt es mir nun erspart, eine Nacht auf der Straße zu stehen, denn wegen dieses Nationalfeiertags sind hier alle Hotels und Hostels ausgebucht.
Nebenbei war ich heut auch mal kurz an der Uni. Auf der Suche nach meinem Prof bin ich erst mal auf das Büro der Relaciones Exteriores gestoßen, also der Anlaufstelle für Austauschstudenten.
Dort wurde ich herzlich begrüßt, und mit einem Haufen Bürokratie überschüttet, mit dem ich in keinster Weise gerechnet habe. Aber nun krieg ich anscheinend auch einen spanischen Studentenausweis, eine LEGIC-Card zum bezahlen und sogar eine KeyCard für den Lehrstuhl.
Bürokratie wird auch in Spanien groß geschrieben, aber im Vergleich zu Deutschland wird man nicht wie ein Depp von Tür zu Tür geschickt, sondern die Dame von R.E. hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert, und mich durch die ganze Uni begleitet. Kann natürlich auch sein, dass das nur an meinem hilflosen Hundeblick lag...
Meinen Prof hab ich dann schließlich auch gefunden. Eigentlich ein ganz netter, und vor allem stressfreier, kleiner (1,50m!!!) Mann. Wegen der Diplomarbeit muss ich mir also keine Sorgen machen, außer vielleicht dass sie zu kurz wird.
Fotos vom Lehrstuhl kommen noch – im Vergleich mit dem Münchner Lehrstuhl für Aerodynamik ein Unterschied wie Tag und Nacht.
¡Buenas noches!
Labels: Hostal, Nationalfeiertag, Prof, Spanierinnen, Uni, Wohnung
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Wohnungssuche - En busca de habitaciòn

Dass das mit dem Finden einer Wohnung nicht all zu leicht werden würde dachte ich mir ja bereits vorher... aber der Reihe nach.
Vom Flughafen zu meinem Hostel ging es relativ fix, wahrscheinlich auch deswegen weil ich meinem Taxifahrer auf spanisch die Geschichte von der wilden Sau erzählt habe – er hat sogar freundlicherweise so getan, als ob er Teile davon verstanden hätte.
Dass mein spanisch wohl dann doch nicht so hochkarätig sein kann merkte ich dann als die nette Dame meines Hostels mir gegenüberstand, und wild gestikulierend auf mich eingeredet hat – mittlerweile wurde mir klar, dass sie mir sagen wollte, dass sie meine Reservierung verbummelt haben. Die Freude war gross, als sie mich dann doch auf ein Zimmer brachte, währte aber nur so lange, bis ich drin stand – vor sechs Betten; ohne Bad. Die anderen fünf Betten waren leer, und ich musste mich wohl erst mal darauf verlassen, dass das auch möglichst lange so bleibt.
Um diesem Zustand möglichst schnell Abhilfe zu schaffen muss also ne Wohnung her. Kaum sucht man 3½ Stunden schon findet man ein kleines schnuckeliges Internetcafe – das Zahara (siehe Foto). Hier ist seitdem mein neues zu Hause, da ohne Internet auch bei der Wohnungssuche mal gar nix läuft.
Eine erste Zusage füer ein Zimmerchen habe ich nun - auf jeden Fall besser als das Hostel, auf keinen Fall etwas für länger. Heute Abend werd ich dann noch eine weitere eigentlich ganz coole Wohnung besichtigen. Drückt mir die Daumen, dass das klappt :)
An der Uni war ich heute auch zum ersten Mal. Zum Spanisch-Einstufungstest. Für meine rudimentären Kenntnisse war es gar nicht mal so schlecht, und anscheinend reichen zwei Semester TU-Spanisch für ein mittleres Level.
Trotz dieses Ergebnisses ist es sau-schwierig, mit den Leuten hier ein Pläuschchen zu halten. Die legen beim Sprechen ein Tempo vor, dass es raucht, und entweder hab ich einen Hörfehler, oder die nuscheln alle.
Aber gut, einem Spanier, der deutsch lernt und dann in der Oberpfalz landet geht es wohl ähnlich...
¡Hasta siempre!
Dienstag, 9. Oktober 2007
¡Hola a todos!
Dann wollen wir diesen Blog mal zum Leben erwecken. Nachdem die letzten Tage erwartungsgemäß stressig waren komme ich nun im Flugzeug endlich dazu, die ersten Zeilen zu schreiben (sind gerade über Frankreich links abgebogen, das heißt ich hab noch ein Weilchen).
Erst mal vielen Dank an alle, die mit mir in den letzten Tagen und Wochen Abschied gefeiert haben (Heimatabend, Wiesn, Ubar,...) - das wird auf jeden Fall wiederholt, wenn ich zurück bin :)
Leider haben mir die Regensburger mit ihrem bayerischen Spezialitätenkorb schon die ersten Probleme bereitet - meine Koffer waren zu schwer - 50 anstatt der erlaubten 20kg. Aber gut, das lag höchstwahrscheinlich nicht nur an den Münchner-Konserven-Weißwürsten und dem Original-Hendlmayer-Senf, die mit geschätzten 500g auf 2,50€ Zusatzgebühren hinausliefen, sondern auch am Klamottenbedarf für ein halbes Jahr, der dann dementsprechend mit 137,50€ zu Buche schlug.
Ergo: Das nächste mal flieg ich zwei mal hin und her, dann spar ich mir immerhin 20,-€ :) Die spinnen diese Condorianer.
In Madrid angekommen werde ich mich erst mal auf die Suche nach einer Wohnung machen. Ich hoffe das klappt relativ zeitnah, und nach möglichkeit hab ich dort auch Internet-Versorgung, so dass weiteren Artikeln, Emails oder Chats nichts im Wege steht.
Recuerdos de Madrid, Stefan
Montag, 6. August 2007
¡Hola amigos!

Hallo an alle die mich kennen, oder die zufällig über diesen Blog gestolpert sind!
Ab Anfang Oktober gibts hier die neuesten News & Facts, und hoffentlich interessante Geschichten über meinen Auslandsaufenthalt in Madrid, wo ich meine Diplomarbeit anfertigen werde.
Für mich wird es sicherlich ein grandioses halbes Jahr, ich hoffe ich kann Euch so ein wenig daran Teil haben lassen.
Bis es endlich heißt "Recuerdos de Madrid" wünsch ich Euch nochmal viele Grüße aus München!









