
Inhaltsmäßig gibts heute nicht viel neues, darum nehm ich mir am Axel Springer Verlag ein Beispiel und mach dafür das TitelBILD größer.
Der Einzug in die dritte und hoffentlich letzte Wohnung steht bevor, das heißt ich bin hier endgültig etabliert. Die Adresse verrate ich Euch hier, und zwar ist das die Calle de la Aduana 27, im vierten Stock die Wohnung B, in 28013 Madrid (da wo der grüne Pfeil ist). Für Liebesbriefe oder kulinarische Schmankerl aus der bayerischen Heimat steht mein Briefkasten immer offen.
Kurz zur Orientierung, Sol unten in der Mitte ist das Zentrum von Madrid, und die Gran Via am oberen Bildrand ist - der Name lässts vermuten - eine der Hauptverkehrsadern in Madrids Zentrum. Gran Via und Sol sind äquivalent zu Leopoldstraße und Marienplatz. Meine Wohnlage hat sich also im Vergleich zu München nicht sehr verändert, und ich bin froh dass ich nun wieder alles zu Fuß erreichen kann (außer die Uni).
Ein Festnetz werde ich dort auch haben. Die Nummer dazu, genau wie meine spanische Handynummer findet ihr in meinen Profilen bei StudiVZ oder openBC, und natürlich gibts die für nette Menschen auch direkt auf Anfrage.
Die Handynummer ist aber noch so lange nutzlos, bis endlich mein ent-SIM-locktes Handy aus Regensburg eintrifft.
Solltet ihr die Festnetznummer anrufen stellt Euch bitte darauf ein, dass mein spanischer Mitbewohner Valentin oder eine seiner drei Katzen ans Telefon gehn. Keine Panik, folgende Sätze werden Euch weiterhelfen:
"Hola, soy XXX. Por favor, podrías conectarme con Stefan?" oder
"Miau, miau XXX. MIIIIIIIAAAAAAAAAAUUUUUU Stefan?"
("Hallo, ich bin XXX. Kann ich bitte mit Stefan sprechen?"). Notfalls könnt ihr Euch auch dumm stellen und nur wiederholt "Stefan?" sagen, aber bitte nicht anrufen und wieder auflegen ;).
Lustigerweise wird er nicht wissen wen ihr meint, wenn ihr "Stefan" wie im Deutschen [Schtefan] aussprecht. Bitte also mit einem stimmlosen "S" wie in "Sangria" oder in "Simsalabim". Bei Starbucks schreiben sie hier auch immer Estefan auf meinen Becher - diese Spanier...
Da das mit der SkypeIn-Nummer trotz mehrmaligen Reklamationen nicht geklappt hat, werde ich es nun erst mal lassen. Aktive Kundenbetreuung schaut anders aus.
Dienstag, 30. Oktober 2007
Dritte Woche, dritte Bude
Montag, 29. Oktober 2007
Es geht voran...

Nein, das ist kein Miró, der im Prado hängt, das ist ein Werk aus der Frühphase von Stefanò, der heute an der Uni zur Abwechslung mal etwas sinnvolles gemacht hat.
Und zwar die Änderung der Geschwindigkeitsverteilung um eine Ellipse, die mit 20m/s von links angeströmt wird, zu simulieren. Rot bedeutet dabei "schnell", und dann gehts über gelb und grün Richtung dunkelblau, wo die Geschwindigkeit fast null ist - klingt komisch, ist aber so.
Das war zwar mehr oder weniger eine kleine spielerei, um den Funktionsumfang des CFD-Programms (Computational-Fluid-Dynamics) kennen zu lernen, aber wenn dann so hübsche bunte Bilder rauskommen ist das doch schon mal was...
Mehr Infos darüber, wie denn so eine Diplomarbeit in der Luft- und Raumfahrttechnik aussieht, gibts dann in ein paar Tagen, wenn ich das selbst weiß.
Spanisch-Kurs war heute auch zum ersten mal an der Uni. Ganz spaßig eigentlich, mit einem Polen, einem Albaner, ein paar Italienern, einer Dänin und einem Ösi in einer Sprache zu plaudern, die keiner richtig kann. Hoffentlich hilft's was. Am Wochenende wurde mir nämlich klar, dass auch beim Weggehn ein gewisses Grundverständnis den Spaßfaktor unglaublich anheben kann.
Wobei die Kommunikation mit meinem neuen Mitbewohner schon ganz gut geklappt hat, als ich gestern die Schlüssel abgeholt habe. Netterweise arbeitet der in einer Bar - mal schauen, ob der mit den Freundschaftspreisen der Regensburger Gastronomen mithalten kann :)
Zur weiteren Spanisch-Optimierung habe ich meine Lernmethoden nun auf Karteikarten und DVDs mit Untertiteln erweitert. Aus diesem Grund hab ich mir heute "La Chaqueta Matálica" auf DVD gegönnt. Auch bekannt unter dem Titel "Full Metal Jacket".
Lustigerweise kann ich jetzt die Frage, die David H.-A. aus R. beim wandern aufgeworfen hat, beantworten:
Ja, der Gesang während des Marine-Trainings ist relativ gut ins Deutsche übersetzt.
Die konkrete Stelle lautet: "Ho Chi Minh is a son of a bitch" :)
Hasta luego, John Wayne!
Labels: Aerodynamik, CFD, DVD, Full Metal Jacket, Miró, Spanisch lernen
Sonntag, 28. Oktober 2007
Metro und Bus im Madrid - Am Ende des Gangs

Da also von einer Autofahrt aus versicherungstechnischen (und damit meine ich die Lebensversicherung) Gründen abzusehen ist komme ich nun zu meinem präferierten Fortbewegungsmittel für den innerstädtischen Verkehr - das Bild verräts, dem öffentlichen Personennahverkehr. Metro und Bus.
Die Madrider Metro ist um einiges billiger, als man das von zu Hause gewohnt ist (10 Fahrten kosten 6,40€ - die Monatskarte knapp über 40,-€), und sie ist - ein wenig anders.
Da man ohne Fahrkarte die Schranken zur Metro nicht passieren kann bleiben einem die Kontrolleure, und damit die bangen Sekunden zwischen "Die Fahrausweise bitte!" und "Keine Panik, heut bin ich ja legal unterwegs" erspart, und man kann die Fahrt entspannt genießen. Bis auf die abrupten Stopps im Tunnel. Ohne ersichtlichen Grund, alle paar Minuten.
Mittlerweile hab ich den Grund herausgefunden: Die Kurven sind so eng, dass nur immer eine Richtung befahren werden darf. Der entgegenkommende Zug muss anhalten - sehr intelligent gelöst.
Das kann jedoch den Fahrplan nicht durcheinander bringen. Es gibt nämlich keinen. Es existiert lediglich eine Übersicht a la "Zwischen acht und zehn kommt der Zug alle drei Minuten, danach alle sechs bis sieben, ..."
Überraschenderweise funktioniert das System, sogar besser als in München, und man kommt relativ flott von A nach B.
Das Onboard-Entertainment-System (OES) besteht aus Straßenmusikanten, die in schöner Regelmäßigkeit Gassenhauer auf Violine oder Quetschn zum Besten geben. Wahlweise auch quengelnde Bettler, was jedoch nicht ganz den Unterhaltungswert der Musikanten erreicht.
Haarig wirds jedoch beim Umsteigen. Gemeinsame Bahnsteige zweier Linien (wie z.B. bei U3/U6 in München) gibt es gar nicht. Auch fährt man nicht einfach eine Rolltreppe nach unten, respektive nach oben um zur anderen Linie zu gelangen. Das wäre zu einfach.
Man geht erst einmal ein paar Treppen nach oben, um dann mit zur Seite geneigtem Kopf einen endlosen Gang entlang zu gehen, der ca. 1,80m hoch ist (viel Spaß Zirni falls Du mal nach Madrid kommen solltest, mit der Durchschnittsgröße der Spanier wirst Du nicht glücklich (die Stange zum Festhalten in der Metro dürfte bei Dir so in Gebisshöhe sein)). <- In der Mathematik ist so was erlaubt :)
Am Ende des Gangs* geht es dann eine Rolltreppen-Staffette nach oben oder unten, in einen neuen Gang, und wenn das Spielchen gerade anfängt langweilig zu werden kommt man dann in Richtung Bahnsteig.
Sprich: Umsteigen ist mehr als lästig, wenn möglich vermeiden.
Teilweise geht das sogar so weit, dass (ja, hab ich gestern schlauerweise selber gemacht) wenn man den falschen Ausgang in einer Station nimmt, man das Tageslicht an einer anderen Haltestelle erblickt, als man eigentlich ausgestiegen ist.
Zu den Madrider Bussen gibt es wenig zu sagen, kosten genau so viel wie die Metro, sind aber dafür von Mercedes.
Auch hier ist die Fahrplangenauigkeit nicht enorm, im Streckennetz wird nur angegeben, dass der 124er auf dem Paseo de la Castellana acht mal hält. Wo dann genau ist meistens Glückssache.
Eine schöne Einrichtung sind hier die vielen Nachtbuslinien, die alle vom Plaza de Cibeles starten. Wenn nicht gerade jemand auf gut bayerisch "Breckerlhusten" hat, ist die Fahrt eigentlich ganz angenehm und spart eine Menge Taxi-Kosten. Aber da ich ab übermorgen im Zentrum wohne hat sich das Thema für mich eh erledigt.
Ach ja, schöne Grüße nach München - eingefrorene Weichen gibts hier meines Wissens nur sehr sehr selten :)
* Laut Duden könnte man hier auch "Am Ende des Ganges..." schreiben, ich wollte jedoch keine Assoziationen zu einem indischen Melodram wecken.
p.p.S.: Was man bei Google nicht so alles findet: "Am Ende des Ganges" ist außerdem eine Verfilmung von Kafkas "Der Prozess" von Michael Muschner... interessant, interessant.
Labels: Bus, Fahrplan, Haltestellen, Metro, Nachtbus
Freitag, 26. Oktober 2007
Augen auf im Straßenverkehr

Der zweite Volkssport neben Futbol ist hier in Madrid der moderne Dreikampf: Sprinten (über die Straße), Weitsprung (auf den Bürgersteig) und Spurwechsel-Marahon. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich kapiert habe, dass die StVO hier etwas anders aussieht als gewohnt.
Das gemeine ist, dass sich die Spanier der gleichen Verkehrszeichen bedienen wie die Deutschen, ihnen aber klammheimlich eine andere Bedeutung gegeben haben - ganz davon zu schweigen, dass auch die einzelnen Verkehrszeichen für unterschiedliche Verkehrtseilnehmer eine andere Bedeutung haben.
Beispiel Ampel:
Eine grüne Ampel bedeutet für Fußgänger: "Schau links, schau recht, und wenn nichts kommt, dann schaust Du nochmal links und rechts, und wenn dann nichts kommt - Hacken in den Teer und rüber über die Straße!"
Eine rote Ampel bedeutet für Fußgänger: "Schau links, schau recht, und wenn nichts kommt, dann schaust Du nochmal links und rechts, und wenn dann nichts kommt - Hacken in den Teer und rüber über die Straße!"
Für Autofahrer hingegen bedeutet eine grüne Ampel: "Rechtes Pedal runterdrücken, und probier ob Du noch dreimal die Spur wechseln kannst bis Du bei mir bist!"
Eine rote Ampel heißt hier - gar nichts. Wenn Fußgänger, oder schlimmer, einer dieser Verkehrspolizisten auf der Straße stehen gibt man entweder - ganz gentleman-like - Hilfestellung zum Weitsprung auf den Bürgersteig, oder zieht notfalls in Erwägung, doch anzuhalten. In diesem seltenen Fall verlieren jedoch dann die Fahrbahnmarkierungen ihre Bedeutung, und man reiht sich auch in einer dreispurigen Straße zu fünft nebeneinander ein.
Den Touristen zu liebe stehen im Stadtkern mittlerweile an jeder großen Kreuzung 4 - 5 Verkehrscops, um den Ampeln ein wenig Nachdruck zu verschaffen.
Blaulicht und Tatütata von hinten bedeutet - ebenfalls nichts. Es ist schön, es ist bunt, aber es bedeutet nichts. Dies ist ausnahmsweise für Fußgänger und Autofahrer gleich.
Ein eleganter Weg, Einbahnstraßen, oder besser gesagt -gassen zu umgehen, man fährt einfach rückwärts hinein. Sieht dann zumindest so aus, als ob man ordentlich fahren würde.
Für Radfahrer gibt es gar keine Verkehrsregeln - Da es hier nirgens Radwege gibt hat sich das Problem mit den lästigen SozPäd-Studenten auf zwei Rädern nach dem Darwin'schen Prinzip relativ schnell erledigt. Das Bild links oben zeigt den kläglichen Versuch, der Radler, die Straßen zurück zu gewinnen, aber da haben wohl nicht einmal nackte Tatsachen geholfen.
Ach, bevor ich es vergesse, Zebrastreifen gibt es hier auch en Masse, und auch sie haben für alle Verkehrsteilnehmer die gleiche Bedeutung - gar keine :)
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Fotos von meiner Uni
![]() |
| Die U.P.M. |
So heute also wie versprochen die Fotos von meiner Uni. Sicherlich nicht sonderlich spektakulär, aber ganz nett durchzuklicken. Bedingt durch die Aufteilung in die vielen einzelnen Zentren ist der Campus sehr sehr weitläufig, wie Ihr im ersten Bild seht. Könnt ja mal versuchen, mein Department auf Anhieb zu finden...
Bilder aus meinem eigenen Institut gibts leider erst, wenn ich wieder mal da gewesen bin.
Mehr Infos über die Spanier an sich gibts dann morgen :)
Mittwoch, 24. Oktober 2007
Meine Uni, die Escuela Técnica Superior de Ingenieros Aeronáuticos an der Universidad Politécnica de Madrid

Viele (allen voran meine Eltern) werden sich gewundert haben, dass ich bisher relativ wenig über meine Universität geschrieben habe. Nun das liegt einfach daran, dass ich mich dort noch nicht all zu oft aufgehalten habe.
Deswegen gibts heute mal einige Infos wo ich genau studiere: Eigentlich ja an der Universidad Politécnica de Madrid. Diese ist unterteilt in ca. zehn E.T.S.I.s, das sind die Escuelas Técnica Superior de Ingenieros, und noch einmal ca. zehn E.U.I.T.s, was Escuela Universitaria de Ingeniería Técnica bedeutet.
Die E.U.I.T.s sind von der Rangordnung etwas niedriger angesiedelt (so wie etwa unsere FHs - bitte lyncht mich jetzt nicht, ich weiß dass auch unsere FHs hervorragendst sind), was sich zum Beispiel darin niederschlägt, dass Absolventen einer E.U.I.T. in einem Konzern nur bis zu einem geringeren Betrag zeichnungsbefugt sind als E.T.S.I.ler.
Ich bin also in der E.T.S.I. Aeronáuticos angesiedelt und dort wiederum im Instituto Universitario de Microgravedad "Ignacio Da Riva" kurz IDR/UPM. Ja Eure Spanisch-Synapsen haben richtig geraten, es handelt sich um das Institut für Mikrogravitation - und mein journalistischer Ehrgeiz wird nicht eher ruhen, als dass ich herausgefunden habe was zum Teufel Aerodynamik (mein Diplomarbeitsthema) mit Mikrogravitation zu tun hat!!!
Aber wie schon beschrieben, der Lehrstuhl macht irgendwie alles ein bisschen, und so haben sie sich halt mal einige kleinere Windkanäle angeschafft, und ein wenig aerodynamiziert. Kann ja durchaus spaß machen, sich den Wind unter den Laborkittel pfeiffen zu lassen :)
Fotos von der Uni hab ich noch keine - mit der Kamera über den Campus wäre wohl kontraproduktiv, wenn man eh schon ERASMUS-Idiot auf der Stirn stehen hat - werden aber nachgeliefert. Auch das Chaos in meinem Institut will ich Euch keinesfalls vorenthalten. Kommt dann in den nächsten Tagen.
Jetzt gehts erst mal richtung erster ERASMUS-Party, wo sich sicherlich aus ganz Europa leute tummeln werden, die man aber kaum entdeckt, weil sie unter 95% unserer italienischer Freunde regelrecht untergehen.
Labels: ERASMUS Party, ETSI, ETSI Aeronauticos, EUIT, IDR, Uni, UPM
Dienstag, 23. Oktober 2007
Spanisch lernen leicht gemacht

Zwei Wochen Spanien habe ich nun hinter mir, und ich muss eingestehen, die Hoffnung, dass einem das Spanisch hier zufliegt, wenn man tagtäglich von Spaniern umgeben ist hat sich leider nicht erfüllt. Das liegt einerseits daran, dass die Spanier nicht mal einen Gang zurückschalten und in einfachsten Infinitivkonstrukten reden können, wie wir Deutschen das immer so nett machen "Du kommen hier her und putzen schneller!" und zum anderen, dass es gar nicht so leicht ist mit den Eingeborenen hier in ein Gespräch zu kommen (Angestellte in Bars, Supermärkten,... sind in der Regel grundlos im Stress, und da ich an der Uni keine Vorlesungen besuche, und das Institut wie ausgestorben ist, tut sich hier auch nicht viel).
Da es mich jedoch schon ein wenig ank..., immer wie der Ochs vorm Berg dazustehen, wenn man doch mal was gefragt wird habe ich nun parallel zu meinem Sport-Programm mein persönliches Spanisch-Programm ins Leben gerufen.
Die zwei Semester an der Uni haben mir zwar die Grundzüge etwas näher gebracht, aber für die Kommunikation mit Spaniern ist das völlig unzureichend. Hörverständnis ist gleich Null vorhanden. Deswegen wurde erst einmal die volle Bandbreite der Möglichkeiten eines schnellen Spracherwerbs eruiert:
(Eigentlich angestrebt war ja, zügigst eine hübsche Spanierin für Privatunterricht zu gewinnen. Bisher leider ohne Erfolg, aber ich bin ja noch ein Weilchen hier.)
Podcasts: Hervorragend! Einfach mal in iTunes nach Spanis(c)h + Podcast suchen. Mittlerweile tummeln sich schon einige dieser Podcasts auf meinem MP3-Player und versüßen mir die Metro-Fahrten. Besonders zum Hörverständnis ist diese Methode bestens geeignet. Mein Favourite ist Spanish-Bookworld. Da die Podcasts in Englisch sind wird das gleich ein wenig mit aufpoliert. Eignet sich wohl aber nur, wenn man schon Spanisch-Grundkenntnisse hat, und entsprechend gut Englisch versteht.
Eine weitere Seite ist SSL4YOU Spanish segunda lengua.
Spanische Zeitungen: Je niedriger das Niveau umso besser. Zum Beispiel Artikel über Sportereignisse, die man selbst gesehen hat (Formel 1 - Finale :) ), dem hat die Marca fast zehn Seiten gewidmet von denen sogar ich einen Großteil verstand...
Bei der neuen FHM ist nun auch eine DVD dabei, wo 10 ansprechende junge Damen interviewt werden. Schaun wir mal, ob das auch hilft.
Mit Pennern reden: Ok, das war mehr Zufall, und es war auch nicht wirklich ein Penner. Sagen wir mal ein außerhalb der Gesellschaft stehender, der sich auf die Parkbank neben mich gesetzt hat, und mir in Spanisch die Geschichte vom weißen Pferd erzählt hat. Der Vorteil war hier, dass er (wohl alkoholbedingt) nicht ganz so schnell geredet hat wie alle anderen hier, und ich mein Spanisch ohne Rücksicht auf Verluste an ihm testen konnte, ohne dass er berufsbedingte zeitliche Engpässe als Ausrede benutzen konnte.
Einen Mitbewohner suchen, der NUR spanisch spricht: Klingt komisch - ist aber so. Mein jetziger vermieter spricht sehr gut englisch, was mir natürlich gar nichts bringt. Wenn ich doch einmal versuche, spanisch mit ihm zu reden wechsle ich bei den ersten auftretenden Schwierigkeiten sofort wieder ins Englische. Ab 1.11. sollte jedoch auch diese Hürde gemeistert sein.
Die ersten Früchte meiner Arbeit konnte ich bereits gestern ernten, als ich es geschafft habe mir neue Tageslinsen zu kaufen - Baugleich mit den Focus-Dailies, aber um die Hälfte billiger, da von einer No-Name-Marke vertrieben :)
¡Hasta entonces, amigos!
p.S.: Für potenzielle Besucher habe ich hier rechts eine Linkleiste mit Hostels und Airlines eingerichtet!
Labels: Kontaktlinsen, Podcasts, Spanisch lernen, Zeitungen
Montag, 22. Oktober 2007
Stierkampf in Las Ventas
Um die Kultur der Spanier zu verstehen muss man wohl auch einmal einem Stierkampf beigewohnt haben - dachte ich mir zumindest in meiner jugendlichen Dummheit. In unserem Fall handelte es sich um eine Novillada. Das heißt die Stiere sind noch etwas jünger, auf jeden Fall unter vier Jahre. Es war also nicht die Champions-League, aber für den Einstieg sollte es auch die 2. Bundesliga tun.
In Touri-Euphorie ging es zum Plaza Monumental de Las Ventas, den Ihr auf dem Foto unten seht. Eigentlich ein ganz schönes Stadion, und das Wetter war auch hervorragend.
Nach einiger Zeit des Wartens in der prallen Sonne begann das Spektakel. Und spektakulär war es wirklich, als die ganzen Akteure erst einmal feierlich in die Arena eingezogen sind. Teilweise auf Pferden, und alle in Glitzer-Fummel wie am Christopher-Street-Day. Ich schaute mir das relativ belustigt an, und machte nebenbei einige Fotos - die Spanier waren am ausflippen. Dazu spielte eine Live-Band einen zünftigen Paso Doble.
Als der große Umzug vorbei war, kam dann der Stier in die Arena. Schwarz wie die Nacht, ein schönes Tier. Er war noch einer der glücklicheren, denn da er so etwas wie die "Vor-Band" war durfte er, nachdem er etwas getriezt wurde weiterleben, und wurde - ganz pathetisch - von einer Horde weißer Stiere aus der Arena geleitet. So weit so gut, und ich dachte mir, dass das eben so ist bei einer Novillada. Ist ja auch blöd einen Jungstier zu schlachten...
Denkste. Das Grauen kam danach. Wieder betrat ein schwarzer Stier - bei weitem sympathischer als der aufgeblasene Torrero - die Arena. Zuerst wurde er von ein paar dieser Clowns immer in eine Ecke gelockt, die sich dann immer schön brav hinter einer Wand versteckten, wenn er angetrabt kam. Wie beim Affentratzen, nur halt ohne Ball, dafür mit Stier.
Anschließend kamen dann die Picadores in die Arena. Reiter mit Lanzen. Diese reizen den Stier so lange bis er auf das Pferd (das durch einen Umhang geschützt ist) losgeht, und rammen ihm dann ihre Lanze in die Nackenmuskulatur. Zwei bis drei mal geht das so. Warum das so sein muss?
- Damit er erst mal sau-viel Blut verliert. Ab jetzt läuft dem Stier das Blut links und rechts runter - ein traumhafter anblick
- Um den Stier und seine Nackenmuskulatur schon mal müde zu machen
- Und natürlich dafür zu sorgen, dass der Kopf für die nächsten Akte schon einmal ein wenig tiefergelegt ist
Da hättet ihr eigentlich auch selber drauf kommen können. Außerdem sorgt der Stier noch dafür, dass sich das Pferd zumindest einige Rippen bricht oder innere Organe quetscht. Damit sich das arme Pferd nicht vor Angst in den Schutzumhang macht sind ihm fairerweise die Augen verklebt.
Um in der Sportlersprache zu bleiben war das das erste Drittel, und dauerte einige ekelhafte Minuten.
Im zweiten Drittel wurden dem armen Vieh dann von verschiedenen Personen bunte, in heiteren Farben gehaltene Lanzen in die schon offene Rückenpartie gerammt. Ein unterhaltsamer Spaß für die ganze Familie.
Zum Schluss kommt dann der Auftritt des großen Torrero. Der Stier hat jetzt merkbar keine Lust mehr. Ist auch leicht verständlich, wenn man immer ins Leere läuft. Einige Minuten demonstriert nun der Torrero was für ein toller Hecht er ist, und dann rammt er sein schwert in den Rücken des Stiers - bestenfalls trifft er gleich das Herz oder die Aorta, was dann zu einem schnellen, artgerechten, nur wenige Minuten dauernden Todeskampf führt, währenddessen dem Stier das blut schön aus dem Maul strömt, und er noch so lange traktiert wird bis er vor Erschöpfung friedlich zusammenbricht.
Schlechtestenfalls - und bei uns war es in vier von sechs Schlachtungen so - Trifft der Torrero halt nen Knochen, und das Schwert fällt wieder heraus. Und genau hier beginnt die Ungerechtigkeit: Anstatt zu sagen "Ok, Du hattest Deine Chance - der Stier war aber cleverer, also darf er weiterleben und auf einer grünen Weide mit ein paar sexy Kühen verbringen" heißt es "Ok, probiers nochmal!" Und wenn der drittklassige Versager dann auch beim vierten und fünften Mal nicht trifft, dann wird die arme Sau von Stier von den Gehilfen derart in eine Ecke getrieben, dass auch der letzte Depp nicht mehr vorbei stechen kann.
Da er aber selbst dann meistens noch ein wenig zappelt und röchelt wird ihm gnädigerweise mit einem Messer noch der Gnadenstoß versetzt. Dann großer Beifall für den mutigen Torrero, und der nächste ist an der Reihe. Verlängerung gibts in der Regel keine.
Besonders zu meiner Belustigung wurde zwar auch der eine oder andere Torrero mal auf die Hörner genommen, aber schlussendlich hatte immer der Stier das Nachsehen. Zu hoffen, dass eines dieser Tiere überlebt ist wohl wie wenn man bei einem Porno darauf wartet, dass am Ende geheiratet wird.
Meine Lieblingsunterhaltung wird es wohl nicht werden, aber jedem das Seine. Da schau ich mir doch lieber ein ordentliches Fußballspiel an. Wobei jetzt hier auch einige sagen werden, dass in der Bundesliga der sportliche Anreiz ja ebensowenig gegeben sei - wenn der FC Bayern spielt stehe ja auch vorher schon fest, wer gewinnt... :)
Einige Fotos (vom unblutigen Teil) gibts hier:
![]() |
| Stierkampf |
Labels: Arena, Stierkampf
Sonntag, 21. Oktober 2007
Kultur(schock)
Die Zeit der geballten subjektiven Erlebnisse in einer neuen Stadt neigt sich wohl dem Ende zu, die primäre Touri-Checkliste ist größtenteils abgehakt. Gestern waren wir zum Beispiel noch im Museo Nacional Centro de Reina Sofia. An sich ein beeindruckendes Museum mit Werken der großen spanischen Künstler (Picasso, Miró, Dalí,...). Zum Teil interessante, zum Teil spektakuläre Werke, zu einem Teil jedoch auch Exponate wo einem Banausen wie mir jeglicher Zugang fehlt, und wohl auch immer fehlen wird. Fotos gibts hiervon nur das eine links oben, da im Museum selbst das Fotografieren untersagt war.
Demnach ist ein kleiner strategischer schwenk auf die objektiven Eindrücke dieser neuen Stadt, dieses neuen Landes, dieser neuen Kultur angebracht.
Von Kulturschock zu sprechen wäre übertrieben, dennoch ist schon ein deutlicher Unterschied zu Deutschland vorhanden. Los ging es hier für mich, wie ihr ja gemerkt habt mit der Wohnungssuche. Im nachhinein betrachtet hatte ich sehr großes Glück, ich habe die erste Wohnung bekommen, die ich besichtigt habe (zwar mit Abstrichen, aber ok) und in die zweite Wohnung, die ich gesehen habe ziehe ich am 1.11. ein. Seitdem habe ich mir von mehreren Leuten Geschichten erzählen lassen, die vier Wochen im Hostal wohnten, bis sie etwas gefunden haben, teilweise bis zu 20 Wohnungen pro Tag besichtigt haben, Löcher besichtigt haben, ohne Fenster, in denen man sich menschenwürdiges Leben nicht vorstellen kann.
Sprich - das Wohn-Niveau ist bei den Spaniern dezent niedriger als wir es aus unseren Neu- oder renovierten Altbauwohnungen in Deutschland kennen. Es gibt hier sogar ein Programm der Stadt gegen den Verfall des Wohnraums.
Wenn ich mir meine Bude hier so anschaue kann ich das verstehen. Es handelt sich zwar um ein relativ gut erhaltenes Gebäude, aber Sauberkeit ist etwas anderes. Und so kommt es schon mal vor, dass einen bei der morgendlichen Toilette Gedanken beschleichen wie "wenn ich jetzt beim Verlassen der Dusche versehentlich neben meine Badeschlappen trete war alles für die Katz" oder "sollte meine Zahnbürste aus dem Waschbeutel kippen, schmeiß ich sie weg".
Eine weitere gewöhnungsbedürftige Einrichtung ist hier die Gasheizung. Vor allem: So eine Gasflasche kann leer werden!!! Mit dieser Nachricht schockte mich nämlich mein Vermieter gestern morgen, und meinte, dass wir halt jetzt drei Tage kalt duschen müssen (für ihn kein Problem, weil so oft betrifft ihn das schätzungsweise nicht). Zum Glück war das ganze ein Fehlalarm, er hatte noch eine Reserveflasche gefunden.
So gibt es also doch kleine und größere, sowohl liebenswerte aber auch nervige Unterschiede zum gewohnten Leben zu Hause. Weitere Episoden folgen ganz gewiss...
Labels: Dalí, Hygiene, Kulturschock, Miró, Museo Reina Sofia, Picasso, Wohnung
Samstag, 20. Oktober 2007
Nachtrag - Fotogalerie
Hier wie versprochen die Fotos von gestern. Sorry, aber ich musste die erst noch entwickeln lassen. Viel Spaß!
![]() |
| Touri-Tour Pt. IV |
Labels: Fotos
Freitag, 19. Oktober 2007
El Paseo de la Castellana
Nach den Vertröstungen der letzten Tage habe ich heute meinen Prof auf einen verbindlichen Arbeitsplan festgenagelt - den er mir dann auch bereitwillig gegeben hat: Eine kleine Handzeichnung auf einem DIN-A4 Blatt, und ein paar kommentare, wie wir das machen. Soll nicht zu viel werden, denn ich soll ja auch einige Tage - ach was sag ich Tage - Wochen durch das Land reisen, seiner Meinung nach. Mal schaun was mein Betreuer an der TUM dazu sagt :)
Zuerst werde ich mich mittels Tutorial in ein Computational Fluid Dynamics Programm einarbeiten (Dauer: 2 Tage). Im Anschluss werde ich zu den Versuchskörpern numerische Berechnungen anstellen diese im Windkanal mittels Versuchen verifizieren (also hoffentlich verifizieren - falsifizieren wäre ein wenig ungünstig).
Das schöne ist, dass mein Prof jetzt erst mal zwei Wochen im Urlaub ist, und ich bis dahin nur das Tutorial durcharbeiten kann - sprich: Zwei Tage Arbeit in den nächsten beiden Wochen. Das Leben kann so schön sein.
Meine frisch aufgeblühten Hoffnungen, bald spanisch zu beherrschen wurden dann beinahe zerstört, als ich einem Postbeamten klar machen wollte, dass ich ein Apardo Postal benötige - ein Postfach. Ich hab mich extra vorher erkundigt, dass es so was gibt, und wie es heißt, aber der Kerl wollte mein Spanisch nicht verstehen :( Als er nach einiger Zeit einen Kollegen geholt hat, der Englisch verstand wurde mir jedoch zum Glück klar, dass es nicht an mir lag. Auf der Internetseite steht es zwar großmächtig, aber in der Geschäftsstelle wollten sie davon nix wissen - ham ma ned.
Auch während der darauf folgenden Touri-Tour kam mir einiges spanisch vor. Ich wollte doch nur das Verteidigungsministerium fotografieren, da dauerte es keine 5 Sekunden bis hinter mir ein wild fuchtelnder Uniformierter stand. Seinem Spanisch konnte ich auch nicht so ganz folgen da er doppelt so schnell sprach wie normale Spanier, aber als er dann mit dem Englisch-Akzent eines russischen Hollywoodterroristen "Delete that picture" herausquetschte wurde mir schlagartig klar, was er von mir wollte.
Der restliche weg dieser (vorerst) letzten Touri-Tour führte mich entlang des Paseo de la Castellana mit seinen imposanten Bauwerken inklusive dem Estadio Santiago Bernabéu. Irgendwann muss dafür mal ne Karte her.
Fotos davon gibts morgen, jetzt gibts ers mal eine schöne Cerveza
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Ab ins Grüne!
Auch mein heutiger Termin an der Uni wurde gecancelt, und auf nächste Woche Mittwoch und Freitag verschoben. Mein Prof ist ab Montag 10 Tage weg. Das heißt für mich: URLAUB!!! :D
Ist ja nicht so, dass man hier außer der Uni nichts unternehmen könnte...
Also hab ich erst mal mein Sportprogramm fortgesetzt (was echt bitter nötig ist) und war laufen. Anschließend ging es wieder auf Besichtigungstour. Diesmal ins grüne Herz der Stadt - in den Parque del Retiro. Hut ab, den haben die Spanier echt sauber hingekriegt, wie Ihr auf den Fotos sehen werdet. Mit der Weitläufigkeit des englischen Garten kann er zwar nicht mithalten, dafür ist hier alles aufs äußerste herausgeputzt.
Ein weiterer grüner Teil Madrids befindet sich in der Estacio Atocha - im Bahnhof ist ein tropischer Garten angelegt. Da wartet man doch gerne mal auf einen Zug. Und was machen unsere Bahner? Die streiken. Die sollten lieber mal die Hacke in die Hand nehmen und Blumenzwiebeln setzen.
So mal schaun... ah ja, die Wetteraussichten für morgen - sieht hervorragend aus. Hörte ich da etwas von Schnee in der Heimat?
Und hier sind die Fotos vom Retiro und Atocha:
![]() |
| Touri-Tour Pt. III |
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Touri-Tour die Zweite
Wenn ich schon an der Uni nichts tun kann, muss ich eben die Stadt erkunden. Da kommt mir die Tour II in meinem geliebten Baedeker-Reiseführer gerade recht (an dieser Stelle noch mal Danke fürs Geburtstagsgeschenk, Jungs und Mädels). Los gehts am Bahnhof Atocha, den Paseo del Prado hoch, und anschließend über den Plaza de la Cibeles wieder einmal die Gran Via entlang bis zum Plaza de España.
An der Zahl der Fotos merkt ihr aber schon, dass diese Tour nicht ganz so prickelnd war wie die erste. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich an den drei großen (und anscheinend wirklich sehenswerten) Museen von Weltrang nur vorbei gelaufen bin: Dem Museo Thyssen-Bornemisza, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia und nicht zuletzt dem Museo del Prado.
Die beiden letztgenannten werden definitiv am Wochenende in Angriff genommen - kulturelle Bildung muss ja auch sein. Wollte schon immer mal einen echten Picasso bewundern.
Mein Spanisch wurde dann heute an der Uni arg strapaziert.
Zuerst war allgemeines ERASMUS treffen an der Uni. Das hieß Smalltalk auf Spanisch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, und mit zahlreichen Ausrutschern ins Englische hat es aber doch überraschend gut geklappt. Ist aber auch nicht mehr so schwer, wenn man den Leuten zum vierten mal erklärt, wo man her kommt, was man hier macht, und wo man nun wohnt :)
Schwieriger wurde es danach, als wir den Leuten im Rechenzentrum klar machen mussten, dass wir sehr gerne einen WiFi-Zugang hätten. IT-ler, die kein Englisch sprechen - man glaubt es kaum, aber nach 15 Minuten mit den beiden zuständigen Betreuern war zumindest einmal ein Gastzugang klar gemacht, und der eigene Account kommt in den nächsten Tagen, wenn der Server wieder funktioniert :)
Solche Erfolgserlebnisse sind echt ermutigend.
Nachmittags - Sport darf natürlich nicht fehlen - war ich dann zum ersten mal bladen. Natürlich mit meinen eigenen Inlineskates. Was denkt ihr denn, wo die 50kg Koffergewicht herkommen?!? Obwohl der Park ganz nett war muss die optimale Strecke dafür erst noch gefunden werden. Aber da habe ich ja noch etwas Zeit.
Hier gehts zum Fotoalbum:
![]() |
| Touri-Tour Pt. II |
Labels: Bladen, Kultur, Prado, Reina Sofia, Reiseführer, Spanisch, Tourist, WiFi
Dienstag, 16. Oktober 2007
Una semana en España - Die erste Woche
So, kaum zu glauben, die erste Woche ist rum. Zum Jubiläum gab es heute zum ersten mal ein schönes Erdinger Weißbier, so dass Heimweh nicht die geringste Chance hat (wobei beim Preis von 4,80 schon die ersten Heimatgefühle sprießen).
So weit läuft alles ganz gut, gestern habe ich meinen zweiten Mietvertrag unterschrieben. Ich habe mich zwar etwas an mein Zimmerchen gewöhnt, aber trotz Oropax ist das Geschnarche einfach unerträglich. Ab 1. November hab ich eine WG mit einem schwulen Spanier, und seinen drei Katzen. Mitten im Zentrum von Madrid, zwischen Polizei-Station und sagen wir mal der madrilenischen Reeperbahn, und zum Glück auch noch bezahlbar.
An der Uni läufts mangels Vorbereitung der Spanier noch nicht ganz so rund. Man freut sich zwar, dass wir da sind, aber anscheinend haben die von den Ansprüchen der TU, was eine Diplomarbeit betrifft noch nicht wirklich viel gehört. Eigenständiges Arbeiten ist hier eher verpönt, und neue Sachverhalte zu erforschen ist hier auch nicht Standard. Es geht alles eher gemächlich zu, vergleichbar etwa mit einem deutschen Amt, und ich werde das Gefühl nicht los, dass die alle in ihrem Department rumsitzen, und mal schauen, was die anderen großen Unis und die Firmen so machen. Selbst mitspielen will man da eher nicht, das könnte ja mit Arbeit verbunden sein.
Immerhin konnte ich meinem Prof heute beibringen, dass Adios auf Deutsch Tschus heißt - ein kleiner Erfolg.
Mal schauen, wie das so wird mit der Diplomarbeit, aber anscheinend darf ich - wenn es denn bei dem aktuellen Thema bleibt - ein wenig im Windkanal rumexperimentieren, was ja an sich gar nicht so verkehrt ist.
An alle die noch auf meine Skype-In- oder die spanische Handynummer warten: Dauert noch ein wenig. Die von Skype sind zwar schnell beim Geld abbuchen, aber nicht beim Nummer freischalten, und damit ich die spanische SIM-Karte verwenden kann (die jetzt seit zwei Tagen bei mir rumliegt) muss ich erst noch irgendwie den SIM-Lock von meinem Handy verscheuchen. Sobald sich was tut erfahrt ihr es natürlich hier.
Labels: Chaoten, Diplomarbeit, Erdinger Weißbier, Handynummer, Skype-In, Uni, Windkanal, Wohnung
Montag, 15. Oktober 2007
Endlich Urlaub!

Heute am Sonntag war nach den Strapazen der letzten Tage mein erster richtiger Urlaubstag. In der früh hat es schon gemütlich beim Frühstücken in der WG einer ERASMUS-Freundin angefangen, nach dem wir dann auf den Rastro weitergezogen sind. Der Rastro ist so etwas wie ein Flohmarkt, vergleichbar mit den Buden kurz hinter der tschechischen Grenze, also eine gute Gelegenheit, um sich mit Originalen von D&G, Gucci, oder ähnlichem einzudecken. Auch DVDs und CDs gibts hier ganz günstig ;)
Mittags gabs dann zum ersten mal Paella, aber leider sind wir auf ein Touri-Lokal ausgewichen, weil im eigentlich angesteuerten Restaurant kein Platz mehr frei war. Sprich, die Paella-Erfahrung war durchaus noch ausbaufähig, aber alles in allem war es ein schöner Vormittag.
Das Abendessen zu toppen dürfte hingegen sehr schwer werden. Mit Marcus (ein AC-Alumnus) und seiner Freundin war ich im La Gloria de Montera - ein Restaurant mit echt hammermäßiger und trotzdem erschwinglicher mediterraner Küche.
Als Primer Plato gabs erst mal Lachscarpaccio mit Balsamicodressing, worauf als Segundo Entenbrust mit Apfelpürree folgte. Abgerundet wurde das ganze von einem Carpaccio von frischen Früchten :) Das essen war aller erste Klasse, so dass ich dort mit Sicherheit nicht zum letzten mal war.
Da Marcus' Freundin kein Deutsch spricht, und mein Spanisch eine wirkliche Konversation auch noch nicht zulässt, mussten wir während des Essens auf Englisch ausweichen. Lustig wurde es dann, als wir zu einem Absacker in eine Bar in der nähe von Alonso Martínez weitergezogen sind, und eine weitere Dame hinzukam, die zwar Deutsch und Spanisch aber kein Englisch spricht. Das ganze endete dann irgendwie dreisprachig, aber auf jeden Fall lustig.
Ergo: Mein Englisch ist jetzt wieder top, mein Spanisch zumindest schon mal vorhanden, und Deutsch hab ich auch noch nicht verlernt.
Sonntag, 14. Oktober 2007
Stadtbesichtigung + Botellon
Heute gibts zum ersten mal ordentlich Bilder. Zum Einen von der Gegend, wo ich mich in den ersten Tagen aufgehalten habe, immer auf der Suche nach einem offenen WLAN-Netz, oder einem Internet-Cafe.
Zum Anderen - wie versprochen - habe ich mich in Tennissocken, Sandalen und Michael Schumacher Cap geschmissen, und bin Tourimäßig losgezogen.
Die beiden Fotostrecken könnt Ihr unten starten. Da ich die Bilder auch fleißig beschriftet habe werde ich mich ansonsten heute etwas kürzer fassen.
Samstag Abend war in Madrid "Botellon" angesagt. Botellon kann man in ungefähr mit "Gemeinsames Vorglühen auf einem öffentlichen Platz" übersetzen. In unserem Fall waren es einige ERASMUS studenten, die sich dazu verabredet hatten, und es wurde auch dementsprechend lustig. Anschließend ging es dann noch mit einigen wenigen auf einen Gin Tonic in einen kleinen Club in der nähe.
Auf jeden Fall eine Ressourcen-schonende Einrichtung, die es sich lohnt nach Deutschland zu importieren.
![]() |
| Die ersten Tage |
![]() |
| Touri-Tour Pt. I |
Samstag, 13. Oktober 2007
Mi primera habitacion

Während ich gestern auf meine Wohnung gewartet habe, wurde ich erst mal von dieser netten Dame links interviewt - sie hat es zumindest probiert, aber wir kamen irgendwie auf keinen grünen Zweig. Das einzige was ich verstanden habe ist, dass sie wohl von BigBrother-Spanien kommt, und irgendeine Aufgabe erledigen muss. Hier ist sie noch einmal etwas genauer zu sehen (aber lasst Euch von dem Foto nicht täuschen, die hatte schreckliche Zähne!!!).
Nachmittags habe ich mich dann mit meinen 60kg Gepäck aus dem Hostel gekämpft, und schon nach einer halben Stunde ein Taxi in mein neues zu Hause gekriegt. Mittlerweile finde ich die Bude gar nicht mehr so verkehrt. Das größte Manko ist das Bett, das nicht mal Bundeswehr-Niveau hat, aber für die nächsten Wochen wird das wohl reichen müssen.
Was auch noch sehr dagegen spricht, länger hier zu bleiben, ist die Tatsache, dass mein Vermieter genau so laut schnarcht wie besagte Spanierin... Das kann doch nicht sein, dass die alle schnarchen. Der liegt im Zimmer neben mir, und ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan, weil ich immer das Geräusch von einem Schlagbohrer, der sich durch meterdicke Ziegelwände quält im Ohr hatte.
Fotos von meiner Wohnung, und noch zwei Bilder vom Hostal der ersten Tage gibts hier
![]() |
| Hostal und erste Wohnung |
Abends war ich mit Dominik, einem anderen TU-Studenten noch eine Cerveza trinken. Lustigerweise kommt der ursprünglich auch aus Regensburg. So hat man dann auch gleich einige gemeinsame Bekanntschaften - Regensburg ist echt klein.
Labels: BigBrother, Bilder, Cerveza, Schnarchen, Taxi, Umzug
Freitag, 12. Oktober 2007
Nachtrag

Ich möchte mich hiermit ausdrücklich bei Daniel W. aus R. entschuldigen – ich werde mich nie wieder beschweren, dass besagte Person schnarcht.
Verglichen mit einer der Spanierinnen war das Geschnarche auf der Hütte ein Kinderfasching. Unglaublich, wie so ein kleines Mädel einen solchen Timbre rausschmettern kann. Ein russischer Militärhubschrauber beim Start ist nix dagegen. Mann, mann, mann.
Da nun langsam ein geregeltes Leben eintritt werde ich auch die Berichterstattung aktueller halten können, deswegen heute gleich zwei Posts.
Wie gesagt ist heute Nationalfeiertag (Día de la Hispanidad). Mir kommt es so vor, als ob die ganze Stadt auf einer Party ist, von der ich nichts weiß. Heute ist hier echt der Hund verreckt. Sogar die Bettler haben sich frei genommen, und man kann völlig unbehelligt durch die Straßen ziehen.
Momentan sitze ich wieder einmal im Starbucks und warte darauf, dass ich mein Zimmer beziehen kann. Dann kann ich zum ersten mal auf große Erkundungstour gehen, ohne meine Notebook-Tasche, und ohne Angst, dass mir irgendein #*$%“§(!’+ meine Koffer aus dem Hotelzimmer linkt.
Ich hab zwar schon einiges von der Stadt gesehen, aber das ist sicher noch ausbaufähig. Wird Zeit, dass ich mal den Touri raushängen lasse, und ein paar Fotos mache. Die Sandalen und die Tennissocken stehen schon in den Startlöchern.
p.S.: Kann man eigentlich zu Hause in der Früh auch noch im T-Shirt außer Haus gehen?
Una noche con cuatro Espanolas

Wofür die meisten viel Geld berappen würden, ist gestern für mich fast umsonst Realität geworden – eine Nacht mit vier Spanierinnen :) . Der Hostal-Chef hatte mich bereits morgens vorgewarnt, dass in meinem sechser Appartment noch vier weitere Gäste erwartet werden. Genauer gesagt waren es dann vier mittelprächtig-hübsche, dafür aber recht nette Spanierinnen. Während des einen oder anderen San Miguel hab ich erfahren, dass sie wegen dem heutigen Nationalfeiertag in Madrid sind, wo sie eine Parade mit der Königsfamilie und sonstigem Brimborium besuchen wollen...
Ja mein spanisch ist wirklich schon etwas besser geworden, und beim nächsten „Activity“ werde ich dank meiner Gebärdensprache jede Pantomime mit links erledigen.
Im Hostal war dies nun die letzte Nacht für mich. Heute ziehe ich erst mal in ein Zimmerchen bei einem gebürtigen Spanier, der jedoch zum Glück englisch und sogar ein wenig deutsch spricht. Die Bude ist relativ schäbig, und der Vermieter verschroben. Übernachtungsgäste sind nicht erlaubt – ihr müsst euch also noch ein wenig gedulden.
Das ganze ist mehr eine Übergangslösung, auf jeden Fall besser (und billiger) als das Hostal. Für 1.11. hab ich auch schon ein Angebot in einer schöneren, und größerern, und auch unglaublich viel teureren WG. Mal schaun, was daraus wird. Wenigstens bleibt es mir nun erspart, eine Nacht auf der Straße zu stehen, denn wegen dieses Nationalfeiertags sind hier alle Hotels und Hostels ausgebucht.
Nebenbei war ich heut auch mal kurz an der Uni. Auf der Suche nach meinem Prof bin ich erst mal auf das Büro der Relaciones Exteriores gestoßen, also der Anlaufstelle für Austauschstudenten.
Dort wurde ich herzlich begrüßt, und mit einem Haufen Bürokratie überschüttet, mit dem ich in keinster Weise gerechnet habe. Aber nun krieg ich anscheinend auch einen spanischen Studentenausweis, eine LEGIC-Card zum bezahlen und sogar eine KeyCard für den Lehrstuhl.
Bürokratie wird auch in Spanien groß geschrieben, aber im Vergleich zu Deutschland wird man nicht wie ein Depp von Tür zu Tür geschickt, sondern die Dame von R.E. hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert, und mich durch die ganze Uni begleitet. Kann natürlich auch sein, dass das nur an meinem hilflosen Hundeblick lag...
Meinen Prof hab ich dann schließlich auch gefunden. Eigentlich ein ganz netter, und vor allem stressfreier, kleiner (1,50m!!!) Mann. Wegen der Diplomarbeit muss ich mir also keine Sorgen machen, außer vielleicht dass sie zu kurz wird.
Fotos vom Lehrstuhl kommen noch – im Vergleich mit dem Münchner Lehrstuhl für Aerodynamik ein Unterschied wie Tag und Nacht.
¡Buenas noches!
Labels: Hostal, Nationalfeiertag, Prof, Spanierinnen, Uni, Wohnung
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Wohnungssuche - En busca de habitaciòn

Dass das mit dem Finden einer Wohnung nicht all zu leicht werden würde dachte ich mir ja bereits vorher... aber der Reihe nach.
Vom Flughafen zu meinem Hostel ging es relativ fix, wahrscheinlich auch deswegen weil ich meinem Taxifahrer auf spanisch die Geschichte von der wilden Sau erzählt habe – er hat sogar freundlicherweise so getan, als ob er Teile davon verstanden hätte.
Dass mein spanisch wohl dann doch nicht so hochkarätig sein kann merkte ich dann als die nette Dame meines Hostels mir gegenüberstand, und wild gestikulierend auf mich eingeredet hat – mittlerweile wurde mir klar, dass sie mir sagen wollte, dass sie meine Reservierung verbummelt haben. Die Freude war gross, als sie mich dann doch auf ein Zimmer brachte, währte aber nur so lange, bis ich drin stand – vor sechs Betten; ohne Bad. Die anderen fünf Betten waren leer, und ich musste mich wohl erst mal darauf verlassen, dass das auch möglichst lange so bleibt.
Um diesem Zustand möglichst schnell Abhilfe zu schaffen muss also ne Wohnung her. Kaum sucht man 3½ Stunden schon findet man ein kleines schnuckeliges Internetcafe – das Zahara (siehe Foto). Hier ist seitdem mein neues zu Hause, da ohne Internet auch bei der Wohnungssuche mal gar nix läuft.
Eine erste Zusage füer ein Zimmerchen habe ich nun - auf jeden Fall besser als das Hostel, auf keinen Fall etwas für länger. Heute Abend werd ich dann noch eine weitere eigentlich ganz coole Wohnung besichtigen. Drückt mir die Daumen, dass das klappt :)
An der Uni war ich heute auch zum ersten Mal. Zum Spanisch-Einstufungstest. Für meine rudimentären Kenntnisse war es gar nicht mal so schlecht, und anscheinend reichen zwei Semester TU-Spanisch für ein mittleres Level.
Trotz dieses Ergebnisses ist es sau-schwierig, mit den Leuten hier ein Pläuschchen zu halten. Die legen beim Sprechen ein Tempo vor, dass es raucht, und entweder hab ich einen Hörfehler, oder die nuscheln alle.
Aber gut, einem Spanier, der deutsch lernt und dann in der Oberpfalz landet geht es wohl ähnlich...
¡Hasta siempre!
Dienstag, 9. Oktober 2007
¡Hola a todos!
Dann wollen wir diesen Blog mal zum Leben erwecken. Nachdem die letzten Tage erwartungsgemäß stressig waren komme ich nun im Flugzeug endlich dazu, die ersten Zeilen zu schreiben (sind gerade über Frankreich links abgebogen, das heißt ich hab noch ein Weilchen).
Erst mal vielen Dank an alle, die mit mir in den letzten Tagen und Wochen Abschied gefeiert haben (Heimatabend, Wiesn, Ubar,...) - das wird auf jeden Fall wiederholt, wenn ich zurück bin :)
Leider haben mir die Regensburger mit ihrem bayerischen Spezialitätenkorb schon die ersten Probleme bereitet - meine Koffer waren zu schwer - 50 anstatt der erlaubten 20kg. Aber gut, das lag höchstwahrscheinlich nicht nur an den Münchner-Konserven-Weißwürsten und dem Original-Hendlmayer-Senf, die mit geschätzten 500g auf 2,50€ Zusatzgebühren hinausliefen, sondern auch am Klamottenbedarf für ein halbes Jahr, der dann dementsprechend mit 137,50€ zu Buche schlug.
Ergo: Das nächste mal flieg ich zwei mal hin und her, dann spar ich mir immerhin 20,-€ :) Die spinnen diese Condorianer.
In Madrid angekommen werde ich mich erst mal auf die Suche nach einer Wohnung machen. Ich hoffe das klappt relativ zeitnah, und nach möglichkeit hab ich dort auch Internet-Versorgung, so dass weiteren Artikeln, Emails oder Chats nichts im Wege steht.
Recuerdos de Madrid, Stefan







