Um für ein wenig Abwechslung zu sorgen, bin ich mit meinem instructor am Mitwoch nach Marrakech aufgebrochen. 350 nautische Meilen Richtung Süden.
Nachdem wir quälend lange Zoll- und Personenkontrollen über uns ergehen lassen mussten wurde schon nach kurzer Flugzeit klar, dass sich das Warten gelohnt hat.
Vorbei an Jerez und Cadiz ging es bei Vejer de la Frontera raus aufs Meer. Gibraltar in Sichtweite, und gegenüber wartete schon Marokko. Bei Tanger enterten wir dann marokkanischen Luftraum.
Im Anschluss ging es schnurstracks nach Süden. Rechts die Küste, links beeindruckende Landschaften von Canyons und Oasen bis hin zur absoluten Steinwüste.
Eigentlich fast beschämend, dass ich vorher noch nie in einem französisch-sprachigen Land war. Dafür hab ich jetzt bis auf Australien alle Kontinente durch :)
Marrakech selbst ist eine beeindruckende Stadt in the middle of nowhere. Nachdem uns der Taxifahrer irgendwo im Zentrum ausgesetzt hat (wir wollten eigentlich zum Hotel), wir von einem Schlangenbeschwörer gelinkt wurden (10€ für ein Foto mit Cobra und Schlange um den Hals), und wir keine Chance hatten, unser Hotel zu finden da es keinerlei Straßenschilder gibt (und jede weitere Adressauskunft wahrscheinlich auch mit 10€ in Rechnung gestellt worden wäre), haben wir uns ein anderes Hotel genommen, und das Ganze als Lebenserfahrung abgebucht.
Etwas genervt ging es dann erst mal auf den Bazar, und noch genervter (man kann nichts, aber auch gar nichts anschauen, ohne ins Kreuzverhör zu geraten warum man es denn nicht kaufe - da lernt man die deutsche Servicewüste erst richtig zu schätzen) machten wir uns auf die suche nach unserem - nach vier Stunden Flug - wohlverdiented Bier.
Relativ schnell haben wir eine sehr nette Dachterrasse gefunden, und relativ schnell haben wir festgestellt, dass wir in einem muslimischen Land sind, wo kein Alkohol verkauft wird. Nach einem Karamalz machten wir uns nach Survival-Regel 1 "bloß weg vom Touri-Zentrum" auf die Suche nach etwas essbarem.
Hier landeten wir dann jedoch einen Glückstreffer ohne jegliche Einschränkungen. In der hinterletzten Straße von Marrakech fanden wir das wohl schönste und beste Restaurant Marokkos. Inklusive traditionell gekleidetem Personal, Orangenbäumen im Innenhof, Livemusik und - Bier :) Wir ließen es uns dementsprechend gut gehen, und die anderen Negativitäten waren (größtenteils) vergessen.
Am nächsten Tag lernten wir dann noch einen weiteren netten Trick kennen: Kleiner Bruder schickt dumme Touristen, die mit Stadtplan unterwegs sind in ein Labyrinth aus Straßen und Gassen, und dann kommt großer Bruder und zeigt den dummen Touristen den Weg wieder heraus. Wieder 5€.
Doch selbst da, wo man es am wenigsten erwartet - beim Tanken am Flughafen - ist man vor Gaunereien nicht sicher. Nochmals 10€ Trinkgeld, um die Kiste vollgetankt zu bekommen.
Alles in allem ist Marokko wohl kein Land, in dem ich mich länger als nötig aufhalten werde. Da gehen die Mentalitäten wohl doch zu weit auseinander.
Fotos von diesem dennoch genialen Trip findet ihr HIER!
Samstag, 3. Mai 2008
Kurztrip nach Marrakech
¡Vamos a la playa!
Wenn es dann mal zu warm wird, gehts eben nach Cadiz an den Strand. So wie letzten Sonntag. Ein paar Bilder gibt es HIER.
Mein erstes Mal - First Solo
Am Montag war es dann endlich so weit: Henry, mein Fluglehrer ist aus meiner kleinen fliegenden Sardinenbüchse ausgestiegen, hat mir alles Gute gewünscht, und zum ersten Mal hieß es für mich "Pilot in Command". Entgegen aller Vorwarnungen war jedoch nicht alles anders als sonst - alle Hebel und Knöpfe waren noch da wo sie hin gehören.
Die Aufregung weicht der Konzentration, und dann genoss ich meine ersten vier Platzrunden ganz alleine in meiner D-EARU. Der einzige große Unterschied nach den drei Touch-and-gos, und der letzten full-stop Landung - das unglaublich coole Gefühl "ICH BIN PILOT!!!" =D
Am nächsten Tag wurde durfte ich dann auch gleich meinen für die Abschlussprüfung qualifizierenden Cross-Country Flug machen. Von Jerez ging es nach Cordoba, und nach einem schnellen Kaffee weiter nach Sevilla, und zurück nach Jerez. Fotos von diesem netten Ausflug gibt es HIER!
Labels: Cordoba, first solo, Fliegen, Pilot, Sevilla